Auszug aus der Rede von Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG, anlässlich der IAA Mobility 2021 in München:

 „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten. Durch das nahezu ungebremste Verbrennen von Kohle, Öl und Gas wird der Klimawandel zunehmend beschleunigt. Immer mehr Menschen erkennen die Dramatik dieser Situation und wollen handeln.

Unsere Generation – die jetzt an den Hebeln der Macht sitzt und den Wandel
vorantreiben kann – trägt die Verantwortung dafür, dass künftige Generationen auf diesem Planeten in Frieden und sozialer und wirtschaftlicher Sicherheit leben
können.

Bisher handeln wir noch nicht konsequent genug, dem Klimawandel könnte deutlich mehr entgegengesetzt werden. Viele technische Konzepte sind einsatzbereit. Politischer Wille und Gestaltungskraft sind unverzichtbar. Ziel muss es sein, den vom Menschen verursachten Klimawandel zu begrenzen und dabei die Lebensqualität für alle Bürger weltweit zu erhalten oder zu verbessern.

Mobilität ist ein Grundbedürfnis von uns Menschen. In einer freiheitlichen Gesellschaft ist sie ein Grundrecht. Gerade die Einschränkungen durch die Pandemie haben gezeigt, wie wichtig dieses Grundbedürfnis für uns alle ist.

Unser Unternehmen hat die Verantwortung, in allen unseren Tätigkeitsfeldern so schnell wie möglich die CO2-Emissionen zu reduzieren. Wir sind überzeugt, dass die Menschheit den anthropogenen Klimawandel stoppen und das 1,5 Grad Ziel erreichen kann. Wir elektrifizieren Autos und, Schritt für Schritt, die Nutzfahrzeuge. Und beginnen mit der Umstellung unserer Schiffsdieselmotoren von MAN ES auf Flüssig-Erdgas. Ein Vorläufer für die spätere Nutzung von synthetischen Kraftstoffen aus Wind- und Sonnenenergie. Unsere Gesamt-Emissionen der Pkw und leichten Nutzfahrzeugflotte reduzieren wir bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2018. Eine Verringerung um rund 14 Tonnen von rund 47 Tonnen pro Fahrzeug. Insbesondere durch die Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotten. Im Jahr 2030 werden nahezu 70 Prozent unserer verkauften Autos in Europa elektrisch sein.

Die CO2-Reduzierung ist möglich, ohne unseren Lebensstandard zu opfern. Wir fliegen weiter in den Urlaub – vielleicht etwas teurer. Wir essen immer noch Fleisch – vielleicht etwas weniger – das ist ohnehin gesünder. Und wir sind mobil – mit CO2-freien Autos und Flugzeugen mit synthetischen Kraftstoffen.

Ganze Ökosysteme können klimaneutral werden, wie einige weltweite Projekte zeigen. Eins davon ist unser europäischer Blueprint Astypalea, eine griechische Insel, auf der wir ein vollelektrisches Verkehrsnetz auf Basis grüner Energie installieren. Was auf Astypalea gilt, gilt auch anderswo: Immer mehr Menschen steigen auf moderne Verkehrsmittel um.

Das neue Auto verliert viele seiner negativen Eigenschaften – es wird sauberer, sicherer und komfortabler.“

Transformation zur nachhaltigen Insel

Dekarbonisierung: Astypalea ist ein Zukunftslabor für Europa

Astypalea ist auf dem Weg zur smarten, nachhaltigen Insel: Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis, Volkswagen Chef Herbert Diess und der stellvertretende Außenminister Kostas Fragogiannis haben bereits die ersten E-Fahrzeuge an den Start gebracht, darunter auch das erste vollelektrische Polizeiauto Griechenlands. Gleichzeitig gingen die ersten privaten und öffentlichen Ladepunkte ans Netz. Es war der Startschuss für eine umfassende Elektrifizierung von Astypalea: In den kommenden Jahren soll die Insel auf smarte, nachhaltige Mobilität umgestellt und das Energiesystem vollständig erneuert werden. Eine entsprechende Absichtserklärung hatten Volkswagen und die griechische Regierung im vergangenen November unterschrieben.

„Astypalea ist ein Zukunftslabor für die Dekarbonisierung in Europa. Auf der Insel erforschen wir in Echtzeit, was die Menschen zum Umstieg auf die E-Mobilität bewegt und welche Anreize es für den Übergang zu einem nachhaltigen Lebensstil braucht. Die Erkenntnisse werden dazu beitragen, den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität und grüner Energie in Griechenland zu beschleunigen. Weltweit gewinnt der Klimaschutz enorm an Zugkraft“, sagt Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns und erklärt weiter: „Volkswagen treibt diesen Wandel voran und bietet das gesamte Spektrum nachhaltiger Mobilität – vom Auto über das Laden bis hin zu nachhaltigen Energielösungen. Astypalea kann zu einer Blaupause für schnelle Veränderungen werden, befördert durch die enge Zusammenarbeit von Regierungen und Unternehmen.“

Die ersten E-Fahrzeuge kommen sowohl bei der Polizei als auch am Flughafen und bei der Inselverwaltung zum Einsatz. Der Verkauf an Privatkunden startete Ende Juni: Zur Auswahl stehen der Volkswagen e-up!, der ID.3 und der ID.4 sowie der SEAT MÓ eScooter 125. Die griechische Regierung unterstützt den Umstieg auf die E-Mobilität zudem mit attraktiven Kaufprämien. Im nächsten Schritt sollen dann auch die neuen Mobilitätsdienste starten: Sowohl das vollelektrische Carsharing als auch der Ridesharing-Dienst befinden sich bereits in Vorbereitung. Als globales Mobilitätsunternehmen bietet der Volkswagen Konzern die gesamte Bandbreite der Mobilitätslösungen an, einschließlich innovativer Energielösungen durch die MAN SE.

Die griechische Regierung gab auch ihre Pläne für die Transformation hin zu grüner Energie bekannt. Das Energiesystem wird in zwei Phasen auf erneuerbare Energien umgestellt: Bis 2023 wird ein neuer Solarpark rund drei Megawatt Grünstrom liefern. Damit werden 100 Prozent des notwendigen Stroms für die E-Fahrzeuge und mehr als 50 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Inseln abgedeckt. Bis 2026 wird das neue Energiesystem weiter ausgebaut und soll dann rund 80 Prozent des gesamten Energiebedarfs decken. Ein Batteriespeichersystem wird dabei helfen, das Netz stabil zu halten und den Solarpark maximal effizient zu nutzen. Unter dem Strich werden nicht nur die CO2-Emissionen deutlich reduziert, sondern auch die Energiekosten um rund 30 Prozent gesenkt. Bislang wird die Insel mit Strom aus Dieselgeneratoren versorgt.