Wir sprachen mit Jürgen Keller, Geschäftsführer der Hyundai Deutschland GmbH

 DIE AUTOSEITEN: Welche Rolle nimmt der IONIQ 5 bei Hyundai zum Thema Elektrifizierung ein? 

Jürgen Keller: Mit dem IONIQ 5 beginnt für Hyundai eine neue Ära der Elektromobilität. Er ist das erste Fahrzeug, das wir auf der innovativen E-GMP-Plattform auf den Markt bringen. Diese Plattform wird künftig in weiteren batterieelektrischen Fahrzeugen der Marke Hyundai zum Einsatz kommen, sie bietet zahlreiche Vorteile für die Architektur von Elektrofahrzeugen, von schneller Ladefähigkeit über höhere Reichweiten bis hin zu mehr Platz für Insassen und Gepäck.

Als erstes Fahrzeug auf dieser neuen Plattform wird der Hyundai IONIQ 5 für uns eine Schlüsselrolle spielen. Aus zwei Gründen: Zum einen, um die batterieelektrische Fahrzeugpalette bei Hyundai weiter auszubauen und zum anderen, um unserem Anspruch, ein Innovationstreiber zu sein, gerecht zu werden. Der IONIQ 5 beinhaltet so viel zukunftsweisende Technologie, dass man wirklich sagen kann, wir treiben damit die Elektromobilität voran.

 Zum Beispiel durch die 800-Volt-Schnellladetechnik, die im Volumensegment einzigartig ist und bislang nur von Premiumherstellern angeboten wurde. Oder auch die Vehicle-to-Load-Funktion, dank der sich während der Fahrt oder im Stand beliebige elektrische Geräte wie E-Bikes mit bis zu 230-Volt-Wechselstrom speisen lassen.

 ?: Was bedeutet E-GMP? Und welche Vorteile bietet die Plattform?

 Keller: E-GMP steht für Electric Global Modular Platform. Die Plattform bietet den Vorteil, dass sie komplett darauf ausgerichtet ist, für den Elektroantrieb optimale Bedingungen zu schaffen. E-GMP ermöglicht zum Beispiel einen langen Radstand, der wiederum im Innenraum für großzügige Platzverhältnisse sorgt. Die Batterie ist tief gelagert und optimal ausbalanciert, wodurch das Handling des Fahrzeugs sehr gut ist.

 ?: Was macht den IONIQ 5 alltagstauglich? 

 Keller: Allen voran natürlich die Reichweite von bis zu 481 Kilometern und die extrem kurze Ladezeit dank der 800-Volt-Technologie, die wir als erster Hersteller in das Volumensegment bringen. Das Innenraumkonzept des IONIQ 5 ist ebenfalls besonders erwähnenswert. Denn es ist wirklich toll, wie wir aufgrund der E-GMP Plattform den Innenraum optimal nutzen können. Das Fahrzeug sieht von außen gar nicht so groß aus, hat aber einen Radstand von exakt drei Metern. Dadurch hat man unglaublich viel Platz im Inneren geschaffen. Die Mittelkonsole ist komplett verschiebbar, so dass man zwischen den Vordersitzen Platz hat, wenn man das möchte. Der IONIQ 5 bietet darüber hinaus viele Ablageflächen in der Mittelkonsole. Dank der Relax-Funktion für Fahrer und Beifahrer kann man während des Ladevorgangs einen kurzen Powernap machen.

 ?: Nachhaltigkeit ist ein großes Thema bei Hyundai. Wie findet sich Nachhaltigkeit im IONIQ 5 wieder? 

Keller: Vor allem im Innenraum nutzen wir nachhaltige Materialien, das Leder der Sitze zum Beispiel ist mit Pflanzenölextrakten bearbeitet, Fußmatten sind aus Nylongarn, das aus recycelten Fischernetzen hergestellt wird, weitere Garne und Stoffe bestehen aus recycelten PET-Flaschen. Das ist etwas, das die Marke Hyundai ausmacht – wir reden nicht nur darüber, sondern setzen Nachhaltigkeit auch tatsächlich in unseren Fahrzeugen um.

?: Welche Merkmale bietet die Elektromobilität bei Hyundai? 

Keller: Zu den Merkmalen zählt besonders die Effizienz unserer Fahrzeuge. Das sieht man anhand der Reichweiten, die unsere Modelle erreichen. Aber natürlich auch die Sportlichkeit, es macht wahnsinnigen Spaß ein Elektrofahrzeug von Hyundai zu fahren. Ich glaube, jeder, der zum ersten Mal diese Beschleunigung erlebt, ist hin und weg. Am Ende geht es darum, dass wir Elektromobilität für eine breite Kundschaft tatsächlich zugänglich machen.

?: Inwieweit wird die Elektrifizierung bei Hyundai markenbildend sein? 

Keller: Sie ist bereits markenbildend. Das zeigt sich insbesondere daran, wie gut generell alternative Antriebe bei uns angenommen werden. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden zwei Drittel unserer Fahrzeuge mit alternativem Antrieb verkauft, im Gesamtmarkt ist es nur ein Drittel. Und markenbildend ist die Elektrifizierung unserer Modellpalette natürlich auch deswegen, weil wir ganz neue Kunden an die Marke heranbringen. Es ist tatsächlich so, dass wir eine sehr große Eroberungsrate gerade mit den alternativen Antrieben in der Welt der Elektromobilität haben. Wir gewinnen Kunden für die Marke, die vor zehn Jahren vielleicht noch nicht gedacht hätten, dass sie sich einmal für einen Hyundai entscheiden.

?: Welche Erwartungen und Ziele haben Sie für den deutschen Markt?

Keller: Mit dem IONIQ 5 haben wir uns für dieses Jahr achttausend Verkäufe vorgenommen. Ich bin auch extrem optimistisch, dass uns das gelingen wird. Das Gute ist, wir gehen immer sehr realistisch, vielleicht eher konservativ an unsere Schätzungen heran, und lassen uns dann positiv überraschen.

?: Der Handel als eine Schnittstelle zum Kunden spielt eine wichtige Rolle. Wie wird er mitgenommen und unterstützt?  

Keller: Wir haben ein klares Konzept. Wir machen nichts am Handel vorbei. Der IONIQ 5, so wie alle anderen Fahrzeuge, wird über das gesamte Handelsnetz vermarktet. Es wird sich herauskristallisieren, dass manche Händler vom Potential her mehr Kunden für den IONIQ 5 haben werden als andere. Aber wir sind so aufgestellt, dass diese Händler sich durch zusätzliche Qualifikation auch zusätzliche Boni erarbeiten können. 

Wir unterstützen unsere Handelspartner dabei sehr stark. Zum Beispiel bieten wir eine sogenannte EV-Zone, also eine Electrified Zone für die Handelsbetriebe an. Wenn der Händler hier investiert, bekommt er von uns eine entsprechende Unterstützung. Wir unterstützen ihn außerdem bei der Schulung seines Personals. Speziell für den IONIQ 5, aber generell für das gesamte Thema Elektromobilität. Ein Fahrzeug wie der IONIQ 5 ist von der eigentlichen Ausstattung über Förderungsmöglichkeiten bis hin zur heimischen Wallbox ein komplexes Thema. Das macht die Verkaufsberatung entsprechend anspruchsvoll, so dass der Kundenberater sehr gut geschult sein muss. Das gilt gleichermaßen für die Servicekräfte. Dazu bieten wir von Hyundai Deutschland spezielle Coachings von Spezialisten an, die auch den lokalen Markt kennen. Denn die Förderungsmöglichkeiten vor Ort unterscheiden sich in Deutschland regional sehr deutlich. Da muss man lokal genau verstehen und wissen, wie der Kunde bestmöglich beraten wird. 

?: Dies ist ja Vorteil für den Kunden, dass die Händler qualifiziert sind und sich vor Ort auskennen…  

Keller: Ja, wir tun sehr viel dafür, unsere Händler fit für die bestmögliche Beratung unserer Kunden zu machen. Das beginnt beim Auftritt im Handelsbetrieb. Bereits am Point-of-Sale wird dem Kunden das Fahrzeug anhand von Displays und Aufstellern bestmöglich erklärt. Noch entscheidender ist natürlich, dass das Team des Handelsbetriebs so gut geschult ist, dass der Kunde die bestmögliche persönliche Beratung erhält. Der Kunde und seine individuellen Bedürfnisse müssen immer im Mittelpunkt stehen. Denn es ist tatsächlich so, dass manche Kunden sehr gut informiert, und andere Kunden weniger gut informiert bezüglich der Elektromobilität in den Handel kommen. Und da muss der Verkäufer individuell beraten. Was ist das richtige Konzept für den Kunden? Welche Alltagsansprüche hat er an sein Fahrzeug? Wo hat er Lademöglichkeiten? Ist deshalb vielleicht ein rein batterieelektrisches Fahrzeug das richtige, oder macht ein Hybrid oder ein Plug-in-Hybrid mehr Sinn? Ein gut geschulter Verkäufer findet dann gemeinsam mit dem Kunden in unserer Produktpalette das passende Modell mit dem passenden Antrieb.

Der Hyundai IONIQ 5

Der Hyundai IONIQ 5 ist das erste Fahrzeug der neuen batterieelektrischen Submarke Hyundai IONIQ, mit der das südkoreanische Unternehmen den Ausbau seiner Vorreiterrolle im Bereich der alternativen Antriebe anstrebt. IONIQ verbindet die beiden englischen Begriffe „ION” und „UNIQUE” miteinander und steht für auf den Kunden maßgeschneiderte und umweltfreundliche Mobilitätslösungen, die zu jedem Lebensstil passen und die Vision des koreanischen Herstellers „Progress for Humanity” unterstreichen.

Der IONIQ 5 (ab 41.900 Euro) ist das erste Modell von Hyundai auf Basis der neuen „Electric Global Modular Platform” (E-GMP) – sie will einzigartige Fahrzeugproportionen und ein fortschrittliches Interieur ermöglichen. Neben einer 800-Volt-Technologie für besonders schnelle Ladevorgänge bietet der Hyundai IONIQ 5 auch die Vehicle-to-Load-Funktion, mit der der Fahrer den Batteriestrom innerhalb und außerhalb seines Fahrzeugs nutzen kann. Glänzen will der IONIQ 5 mit Reichweiten, Konnektivitätsfunktionen und Fahrerassistenzsystemen.

Mit einer Länge von 4,63 Meter, einer Breite von 1,89 Meter und einer Höhe von 1,60 Meter bei einem Radstand von 3,00 Meter ist das Platzangebot des vollelektrischen Hyundai vergleichbar mit einem Fahrzeug aus dem D-Segment. Geräumige Platzverhältnisse weist der IONIQ 5 auch im Kofferraum auf. Hier stehen bis zu 527 Liter zur Verfügung, die sich bei vollständig umgeklappten Rücksitzen auf fast 1.600 Liter vergrößern lassen.

Beim Hyundai IONIQ 5 kann der Kunde zwischen mehreren elektrischen Antriebskonfigurationen wählen. Dank der neuen E-GMP stehen je nach Leistungsstufe bis zu zwei Elektromotoren, Heck- oder Allradantrieb zur Verfügung. Zusätzlich hat der Kunde die Wahl zwischen einer 58-kWh- oder einer 72,6 kWh großer Lithium-Ionen-Batterie – alle Varianten erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h und CO2-Emissionen kombiniert in g/km von 0.

Der Hyundai IONIQ 5 lädt sowohl an 400-Volt- als auch an 800-Volt-Ladepunkten, ohne dass zusätzliche Komponenten oder Adapter erforderlich sind. Bei diesem Multi-Ladesystem handelt es sich um eine von Hyundai entwickelte und patentierte Technologie für hohe Ladekompatibilität. Mit diesem System hat der Fahrer unabhängig von der tatsächlichen Spannung der Ladestation stets Zugang zu einer 800-Volt-Hochgeschwindigkeitsladung.

An einer 350-kW-Schnellladesäule lädt die Hochvoltbatterie des IONIQ 5 in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent ihrer Kapazität. Eine Ladedauer von fünf Minuten genügt für eine Reichweite von 100 Kilometern.

Auf einen Blick

 Heckantrieb, 58-kWh- Batterie

  • Elektromotor im Heck, 125 kW (170 PS) Leistung, 350 Nm Drehmoment
  • Bis zu 384 Kilometer Reichweite

Allradantrieb, 58-kWh- Batterie

  • Je ein Elektromotor vorne und hinten
  • Systemleistung: 173 kW (235 PS), 605 Nm Drehmoment
  • Bis zu 360 Kilometer Reichweite

    Heckantrieb, 72,6-kWh- Batterie

    • Elektromotor im Heck, 160 kW (217 PS) Leistung, 350 Nm Drehmoment
    • Bis zu 481 Kilometer Reichweite

    Allradantrieb, 72,6-kWh- Batterie

    • Je ein Elektromotor vorne und hinten
    • Systemleistung: 225 kW (305 PS), 605 Nm Drehmoment
    • Bis zu 460 Kilometer Reichweite