Jordi Gené ist einer der erfahrensten Rennfahrer des internationalen Motorsports. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung unterstützt Gené inzwischen die Ingenieure und Entwickler von CUPRA. Sein Wissen floss auch in den CUPRA Leon Competición ein, der im vergangenen Jahr sein Debüt im FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR) und zahlreichen weiteren TCR-Serien feierte. Auch bei der Entwicklung des rein elektrisch angetriebenen CUPRA e-Racer, der in der neuen PURE ETCR an den Start geht, spielte Jordi Gené eine maßgebliche Rolle. Darüber hinaus ist der Spanier mit seiner Expertise an der Entwicklung der Straßenfahrzeuge von CUPRA beteiligt, um das Wissen aus dem Motorsport in die sportlichen Serienmodelle zu transferieren. In diesem Jahr hat Gené eine neue Herausforderung angenommen: Gemeinsam mit dem Schweden Mattias Ekström und dem Spanier Mikel Azcona bildet er das Fahrertrio, mit dem CUPRA in der PURE ETCR an den Start geht. Insgesamt drei CUPRA e-Racer nehmen an der ersten rein elektrischen Tourenwagen-Meisterschaft teil – 2021 gibt es insgesamt fünf PURE E-TCR Rennen. Bei der ersten vollelektrischen Variante von Tourenwagen-Rennen müssen sich die Fahrer an ein vollkommen neues Konzept gewöhnen: Kurze Rennen mit maximal drei Kontrahenten stehen auf dem Programm.
Was zeichnet solch ein elektrischer Rennwagen aus? „Der Aufbau ist ziemlich einfach. Im Inneren befindet sich die Batterie, die eine recht große Last darstellt, und dann haben wir den Motor, die Frequenzumrichter und die Steuerung. Das System an sich ist also gar nicht so kompliziert“, erläuterte Jordi Gené im Gespräch mit DIE AUTOSEITEN. „Kompliziert wird es erst, wenn es darum geht, alles korrekt zum Laufen zu bringen und die richtigen Einstellungen zu finden. Den Unterschied macht bei solchen Fahrzeugen die Elektronik. Auf ihr liegt unser Augenmerk. Wir wollen erreichen, dass alle Systeme ineinandergreifen.“ Der Motorsport mit E-Antrieb soll die Fans begeistern. Jetzt ist die PURE ETCR gestartet, die neue Rennserie für vollelektrisch angetriebene Tourenwagen feierte auf der italienischen Rennstrecke in Vallelunga ihre Premiere – weitere Rennen in Aragón (Spanien), Kopenhagen (Dänemark), auf dem Hungaroring bei Budapest (Ungarn) und das Saisonfinale in Inje (Südkorea) stehen auf dem Programm 2021. CUPRA ist dabei, die spanische Marke geht mit dem e-Racer an den Start. Der CUPRA e-Racer wird von zwei permanenterregten Synchronmotoren an der Hinterachse angetrieben – die Gesamtleistung beträgt 500 kW.
Ähnlich wie in der Formel E setzen die Organisatoren der PURE ETCR in der Premieren-Saison auch auf einen Einheitsantrieb. Williams Advanced Engineering und Magelec Propulsion stellen allen Teams entsprechende Antriebspakete zur Verfügung. Anders als im klassischen Tourenwagen-Motorsport orientiert sich das Rennformat der PURE ETCR am Rallycross: Die Veranstaltungen werden zunächst in sogenannte „Battles“ unterteilt. An diesen kurzen Rennen über wenige Runden nehmen maximal drei Fahrzeuge teil. Bei jedem Lauf starten die Fahrer aus einer eigenen Box mit Schranke, vergleichbar mit der Prozedere beim Pferderennen. So kommt es an einem Wochenende zunächst zu zehn Rennen und im Anschluss zu einem Zeitfahren, bei dem die Fahrer um die Startpositionen in den beiden abschließenden Finalrennen kämpfen. „Ich denke, der Elektrorennsport wird Zuspruch finden und Fans gewinnen“, so CUPRA-Werksfahrer Jordi Gené gegenüber DIE AUTOSEITEN und sagt weiter, „die Menschen werden sich immer mehr an Elektroautos gewöhnen, weil sie zunehmend auf unseren Straßen zu finden sind und die Hersteller verstärkt auf die Elektrotechnologie setzen. In ihr liegt die Zukunft – schon heute.“