Camping boomt, auch die Nachfrage nach Wohnmobilen steigt: Laut Angaben des Caravaning Industrie Verbandes wurden zwischen Februar 2020 und Januar 2021 42 Prozent mehr Wohnmobile neu zugelassen als im Vorjahr. Was viele nicht wissen: Je nach Größe des Wohnmobils gibt es im Straßenverkehr ein paar Besonderheiten zu beachten – beispielsweise welche Sonderregeln beim Parken und bei Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten.  

Vor dem Kauf oder Mieten eines Wohnmobils sollten Camper prüfen, ob die eigene Fahrerlaubnis für das Fahrzeug ausreicht. Bei Wohnmobilen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen ist das meist kein Problem. Hier darf jeder hinter das Steuer, der einen Pkw-Führerschein der Klasse B besitzt. Schwerere Wohnmobile bis zu 7,5 Tonnen dürfen Camper dagegen nur mit einer Fahrerlaubnis der Klasse C1 oder C fahren. Übrigens: Wer noch einen alten Führerschein der Klasse 3 besitzt, darf damit Wohnmobile bis 7,5 Tonnen steuern. Für Wohnwagen gilt: Bleiben Pkw plus Anhänger mit ihrer zulässigen Gesamtmasse unter oder genau bei 3,5 Tonnen, dann ist ebenfalls der Führerschein der Klasse B ausreichend. Selbst wenn keine gesonderte Fahrererlaubnis notwendig ist: Für alle Wohnmobil-Neulinge ist es sinnvoll, mit dem Fahrzeug vorab auf einem Parkplatz vor allem das Rangieren zu üben.

Wer für sein Wohnmobil einen Parkplatz sucht, muss sich an dieselben Regeln halten wie Pkw-Fahrer. Außer bei Wohnmobilen über 7,5 Tonnen: Dann ist zum Beispiel das Parken in Wohngebieten nachts und an Sonn- und Feiertagen verboten. Aber auch für leichtere Fahrzeuge gibt es Vorgaben: Ist eine Parklücke durch Begrenzungslinien markiert, muss das Wohnmobil komplett innerhalb dieser Markierung stehen. Steht auf einem Schild zum Beispiel auf einem öffentlichen Parkplatz „Nur für Pkw“, dann schließt das Wohnmobile aus. Im Gegenzug gibt es allerdings auch Schilder, die ausschließlich das Parken von Wohnmobilen erlauben.

Übrigens: Anhänger, also auch Wohnwagen, dürfen abgekoppelt nicht länger als zwei Wochen auf einer öffentlichen Straße oder einem öffentlichen Parkplatz stehen. Einfach an einem schönen Fleckchen am Straßenrand stehen bleiben und dort zwei Wochen campieren ist in Deutschland verboten. Camper müssen sich auf dafür ausgewiesene Stellplätze beschränken und dürfen nicht einfach mit Wohnmobil oder Wohnwagen „wildcampen“.