Das Angebot an erneuerbaren, CO₂-reduzierten Kraftstoffen wächst. Nach dem Blue Diesel kommt von Bosch, Shell und Volkswagen auch ein CO₂-reduzierter Otto-Kraftstoff. Der Blue Gasoline genannte Sprit besteht ebenfalls aus bis zu 33 Prozent erneuerbaren Anteilen und soll damit pro gefahrenen Kilometer in der Betrachtung ‚von der Quelle bis zum Rad‘ für eine CO₂-Ersparnis von mindestens 20 Prozent sorgen. Allein mit einer Flotte von 1000 VW Golf 1.5 TSI lässt sich damit bei einer Jahreslaufleistung von jeweils 10.000 Kilometern mehr als 230 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen, so die Einschätzung. Über zertifizierte Kompensationsmaßnahmen gleicht Shell auch die bei Einsatz von Blue Gasoline noch verbleibenden CO₂-Emissionen aus. Geplant ist es, den Kraftstoff im Laufe des Jahres zunächst in Deutschland auch an regulären Tankstellen zu bringen. Der Preis an der Zapfsäule soll im Bereich von Premiumkraftstoffen wie zum Beispiel Shell V-Power liegen.

 In dem Blue Gasoline Projekt haben die drei Partner unter Berücksichtigung der motorischen Anforderungen und Nachhaltigkeit gemeinsam die zu erzielende Kraftstoffspezifikation definiert. Das entwickelte Produkt wurde intensiv auf Motorenprüfständen und in Versuchsfahrzeugen getestet – mit durchweg positivem Ergebnis. Bosch will den Blue Gasoline bereits ab Mai 2021 an seine Werktankstellen bringen. Die Einführung an Tankstellen ist im Jahresverlauf 2021 vorgesehen. Das Angebot von konventionellen Super 95 E10 Otto-Kraftstoff wird dann auslaufen. Der Blue Diesel ist zudem an immer mehr regulären Tankstellen in Deutschland verfügbar.

 Für Bosch sind CO₂-reduzierte oder CO₂-neutrale Kraftstoffe kein Ersatz für Elektromobilität, sondern eine Ergänzung. Sie sind grundsätzlich für alle Verkehrsträger sinnvoll, vor allem jedoch für jene, für die es noch keinen klaren und wirtschaftlichen Elektrifizierungspfad gibt. Das sind neben Schiffen und Flugzeugen vor allem Schwerlasttransporte und Bestandsfahrzeuge, aber auch all die Fahrzeuge, die heute und in den kommenden Jahrzehnten weltweit noch mit Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb auf die Straßen kommen. Um eine schnelle Verbreitung im Markt zu fördern, liegt der Fokus auf erneuerbaren biogenen und synthetischen Kraftstoffkomponenten, die innerhalb der bestehenden Kraftstoffnormen in hohen Anteilen beigemengt werden können.