Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) setzt seine Transformation weiter konsequent fort und will mittelfristig wieder deutlich wachsen. Auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz bestätigte CEO Carsten Intra die Unternehmensstrategie GRIP2025+. Bei der Umsetzung hat das Unternehmen im zurückliegenden Jahr wichtige Meilensteine erreicht: Der neue Caddy wird seit der Weltpremiere und dem Verkaufsstart sehr positiv in den Märkten angenommen. Die Kooperation mit Ford bei drei Fahrzeugprojekten liegt im Zeitplan – das stärkt die Gewerbekunden-Offensive von VWN. Im Bereich Premiumanbieter für Familie und Freizeit wurde das erfolgreiche Segment der Campingmobile mit dem neuen Caddy California erweitert. Die Auftragseingänge bei allen California Modellen lagen 2020 rund 60 Prozent über Vorjahr. Als Teil der GRIP-Strategie stellte Carsten Intra zudem eine neue Sparte unter dem Dach von VWN vor, in der alle Aktivitäten rund um zukünftige Mobilitätsdienste und die Entwicklung des autonomen Fahrens gebündelt werden – bereits im laufenden Jahr sollen autonome Fahrzeuge getestet werden.

 Die weltweite Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr weitreichende Auswirkungen auf das Geschäft von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Auf der einen Seite standen Lockdowns in den Kernmärkten, Herausforderungen bei Zulieferern und Investitionszurückhaltung bei den Kunden. Auf der anderen Seite, so betonte Carsten Intra, haben die Fahrzeuge von VWN gerade in diesen Zeiten eine zentrale Bedeutung: „Unsere Autos liefern wichtige Waren, sie sind als mobile Werkstätten unterwegs, sie bringen Mediziner und Polizeikräfte an ihren Einsatzort. Gerade das vergangene Jahr hat gezeigt: Wir sind mit unseren Autos und unseren Diensten systemrelevant. Das bedeutet für mich ‚Nutzi sein‘, den Menschen und der Gesellschaft zu nutzen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende auf der digitalen Jahrespressekonferenz.

Carsten Intra, CEO Volkswagen Nutzfahrzeuge

Volkswagen Nutzfahrzeuge übernimmt bei der Entwicklung des autonomen Fahrens im Volkswagen Konzern die Führungsrolle in Kooperation mit Argo AI. „Unsere Fahrzeuge sind der logische erste Einsatzort für autonome Systeme. Wir gehen davon aus, ab 2025 autonome Systeme von Volkswagen Nutzfahrzeuge im kommerziellen Einsatz zu sehen“, erklärte Carsten Intra. Neue Mobilitätsdienste (MaaS: Mobility as a Service und TaaS: Transport as a Service) entwickelt VWN ebenfalls mit Hochdruck. Ein Beispiel für MaaS-Angebote ist der Ridepooling-Anbieter MOIA, der in Hamburg und Hannover etabliert ist. Als Beispiel für künftige TaaS-Angebote wurde das Startup Cito vorgestellt, das im Sommer 2021 seinen Service starten wird. Cito ist eine digitale Vermittlungsplattform für Kurierdienste. Die Unternehmensführung hat in seiner Strategie die Nachhaltigkeitsziele fest verankert. VWN legt dabei auch den Fokus auf die Elektrifizierung der Flotte, beispielsweise mit dem neuen Multivan als Plug-In-Hybrid und dem vollelektrischen ID. BUZZ ab 2022.

Moderne trifft Tradition

DIE AUTOSEITEN: Erste Sitzprobe im ID. BUZZ

2020 hat VWN den komplett neuen Caddy vorgestellt, der zum Jahresende zu den Händlern rollte. Auf der Basis des Konzern-Baukastens MQB will der Caddy jetzt Fahrkomfort, Assistenzsysteme und Infotainment bieten, die absolut neu in seinem Segment sind. Als Caddy California erweitert er zudem das Angebot der Campingmobile neben dem Grand California auf Crafter Basis und dem beliebten T-Modell. Basierend auf dem Caddy wird Volkswagen Nutzfahrzeuge zudem für Ford einen City Van produzieren, der Produktionsstart im Werk Poznań ist für 2022 geplant. Und in wenigen Wochen will VWN den neuen Multivan vorstellen, den es von Beginn an auch in einer Plug-In-Hybrid-Variante geben wird: Er erweitert das Angebot im Van-Segment, denn der aktuelle T6.1 wird weiterhin als robustes Nutzfahrzeug und Allradler im Angebot bleiben. Intra: „Das ist ein Paradigmenwechsel in unserer Bulli-Welt. Wir haben ein beliebtes Grundkonzept bedingungslos weiterentwickelt: Komfort und Dimensionen eines Pkw plus Raumangebot und Variabilität eines Vans.“ Im kommenden Jahr folgt dann der vollelektrische ID. BUZZ, als People Mover und Cargo-Version – die Bulli-Ikone der Zukunft aus Hannover. Zugleich wird die Einführung des Modells für den US-amerikanischen Markt bestätigt.

 Für das laufende Jahr sieht der Vorstand von Volkswagen Nutzfahrzeuge Auslieferungen an Kunden von mehr als 400.000 Fahrzeugen vor. Der Vorjahreswert wird hiermit deutlich überschritten. Aufgrund der Investitionen in die Transformation, den Umbau der Werke und die Einführung vollelektrischer Modelle wird das operative Ergebnis der Sparte „Car Business“ auch 2021 voraussichtlich noch negativ sein. Carsten Intra stellte jedoch klar: „Unsere GRIP-Strategie ist ein Wachstumsplan. Mittelfristig werden wir bei Auslieferungen, Umsatz und Ergebnis deutlich wachsen und wieder profitabel sein. Wir nehmen auf diesem Weg zwei Jahre mit negativem Ergebnis im „Car Business“ in Kauf. Unser Ziel ist, mit Volkswagen Nutzfahrzeuge die Mobilität des nächsten Jahrzehnts entscheidend zu prägen.“

Vom Transporter zum Multitool

 Neuer Multivan kommt noch 2021

 Ein Erfolgsrezept – man nehme einen Transporter, füge den Fahrkomfort eines Pkw und eine hohe Variabilität des Innenraums hinzu. Das Ergebnis: der Multivan von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Immer noch die Ikone unter den Vans – Kult seit Generationen. Einzigartig die Bulli-DNA, selbst ein völlig neuer Multivan wird dieser DNA immer treu bleiben. Und genau das ist der Plan: Noch in diesem Jahr wird Volkswagen Nutzfahrzeuge den Multivan und das mit ihm verbundene Lebensgefühl in die nächste Generation transferieren. Seine unvergleichliche DNA hat den Multivan zu einem der erfolgreichsten und bekanntesten Vans aller Zeiten gemacht. Ein automobiles Multitool für die Familie, das Business, den Sport, die Ferien und jedes Reiseabenteuer. Bislang gibt es vier Generationen des Multivan. Sie alle basieren auf dem Transporter – dem T3, T4, T5 und T6 – zudem folgte 2019 ein Update der aktuellen Generation: der Multivan 6.1.

 Im September 1985 stellt Volkswagen auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt eine neue Modellversion des T3 vor: den ersten Multivan. Neben Transporter und Caravelle, nun also ein nie gekanntes Crossover aus Kastenwagen und Pkw, Van und Camper – komfortable Fahreigenschaften treffen auf ein multivariables Interieur-Konzept. Jetzt steht der neue Multivan in den Startlöchern. Mit der neuen Generation will Volkswagen Nutzfahrzeuge noch in diesem Jahr eine Brücke in die Zukunft schlagen. Die Zielsetzung ist klar: Mit dem besten Multivan aller Zeiten – nachhaltiger, komfortabler, sicherer, intelligenter, vernetzter und hochwertiger als je zuvor. Damit wollen die Nutzfahrzeug-Spezialisten aus Hannover die einzigartige DNA der Van-Ikone und das mit ihm verbundene Lebensgefühl in das digitalisierte und elektrifizierte Zeitalter transferieren.