Die Corona-Pandemie verändert das Mobilitätsverhalten der Menschen in aller Welt nachhaltig. Die individuelle Mobilität im eigenen Fahrzeug erfährt einen starken Schub. Dagegen erleben Sharing- oder Hailing-Angebote, die in den vergangenen Jahren boomten, einen deutlichen Einbruch. Die Menschen in Deutschland, Frankreich und den USA und Japan bleiben zum Großteil klassischen Mobilitätskonzepten treu: Die Nutzung von geteilter Mobilität in Form des Teilens von Fahrzeugen (Sharing) oder des spontanen „Herbeiwinkens” (Hailing) spielt in den vier Ländern nahezu keine Rolle. In China nutzt immerhin jeder Zehnte diese Angebote. Zu diesen Ergebnissen kommt die Continental-Mobilitätsstudie 2020. Im Rahmen der Studie wurden in Kooperation mit dem renommierten Sozialforschungsinstitut infas bevölkerungsrepräsentative Umfragen zum Mobilitätsverhalten in den fünf Ländern Deutschland, Frankreich, den USA, Japan und China durchgeführt.

Während die individuelle Mobilität zunimmt, stecken laut der Umfrage die Angebote kommerzieller Fahrgemeinschaften in Deutschland, Frankreich, USA und Japan in der Nachfragekrise. In Frankreich und Japan sind es mit 7 beziehungsweise 6 Prozent nur geringe Anteile der Bevölkerung, die auf solche Angebote setzen. Der Bedarf, auf den individuellen Autoverkehr umzusteigen, zeigt sich besonders deutlich in China: 21 Prozent der Befragten nutzen aufgrund der Pandemie kurzfristig buchbare „On-Demand“- Lösungen. Die hohe Akzeptanz liegt auch darin begründet, dass in China im Rahmen der Befragung via Online-Tool im stärkeren Maße Menschen im urbanen Raum erreicht werden, die stärkeren Zugriff auf solche Lösungen haben.

Weit mehr als 80 Prozent aller Befragten besitzen das Auto, mit dem sie regelmäßig fahren. Das Auto von Familie oder Freunden ist für 14 bis 20 Prozent der Menschen relevant. Obwohl Sharing-Konzepte in den vergangenen Jahren vor allem im urbanen Raum für die Mobilität an Bedeutung gewonnen hatten, bleibt der Individualverkehr auf Basis des Autos im Alltag der meisten Menschen fest verankert und wird es wohl noch lang bleiben – insbesondere im ländlichen Raum. Dort ist aktuell die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Haushalte ein eigenes Auto haben. Die befragten Personen, die über kein Auto verfügen, gaben an, dies hauptsächlich aus Kostengründen zu tun, andere haben keine Verwendung.

Dennoch gehört das Auto für die meisten Menschen zur täglichen Fortbewegung. 33 Prozent der US-Amerikaner nutzen ihr Fahrzeug mindestens einmal die Woche und 57 Prozent geben an, ihren Wagen täglich oder fast täglich zu benutzen. Nur die Franzosen nutzen das Auto zu 59 Prozent noch häufiger.

53 Prozent der befragten Deutschen geben an, ihren Wagen täglich oder fast täglich zu benutzen – 30 Prozent ihr Fahrzeug mindestens einmal die Woche. Ähnlich sieht es in Frankreich, den USA und China aus. Nur in Japan wird das Auto lediglich zu 34 Prozent täglich oder fast täglich genutzt.

Fazit: Neue Mobilitätskonzepte bestimmen die Diskussion um die Zukunft der Mobilität – aber nicht die Lebensrealität der meisten Menschen: Denn das Auto gehört für sie weiterhin zur täglichen Fortbewegung. Dieser Trend wird durch die Covid-19-Pandemie in allen fünf untersuchten Ländern verstärkt.