Wie funktioniert das Rekuperieren?

Das Antriebssystem der PHEV-Modelle ähnelt in puncto Rekuperation dem des rein elektrisch angetriebenen Auto. Idealerweise ist es auf hohe Effizienz und maximale Rekuperationsleistung ausgelegt. Beim Bremsen gewinnen die PHEV-Modelle Leistung zurück. Die E-Maschine übernimmt alle leichten Verzögerungen – also die Mehrheit im Verkehrsalltag. Bei mittleren Bremsungen teilt sie sich die Aufgabe mit den hydraulischen Radbremsen, die erst jenseits einer Verzögerung von 0,4 g allein zum Einsatz kommen. Eine aufwendige Fahrzeug-Abstimmung sorgt dabei für einen fast nicht zu spürenden Übergang zwischen Generator-Bremse der E-Maschine und konventioneller Radbremse („Blending“), verbunden mit einem gut definierten und konstant gleichen Druckpunkt im Bremspedal.

Was bedeutet Boosten?

Die Antriebsstrategie ist darauf ausgelegt, dem Fahrer ein möglichst vielseitiges Fahrerlebnis zu ermöglichen: Einerseits maximal effizient mit einem hohen elektrischen Fahranteil und gleichzeitig, bei Bedarf, sportliches durch das Boosten. Dabei unterstützt die E-Maschine den Verbrennungsmotor. Der Grad der Unterstützung ist abhängig vom gewählten Fahrprogramm. Je nach Modell und Motorkonfiguration können hohe maximale Drehmomentkurven gestemmt werden. Bei gewähltem Dynamik-Modus im Automatikgetriebe bleibt die E- Maschine im Schubbetrieb grundsätzlich aktiv und rekuperiert. Bei den anderen Einstellungen im Zusammenspiel mit Effizienz-Assistenten kommt die Schubrekuperation immer dann zum Einsatz, wenn sie energetisch sinnvoller ist als der Segelbetrieb. „Die Schubrekuperation reicht bis etwa 0,1 g Verzögerung und speist bis zu 25 kW Leistung zurück in die Lithium-Ionen-Batterie“, sagt ein Experte für E-Motoren-Entwicklung.

Reichweite: Die Batteriekapazität der meisten mit dieser Technik ausgestatteten Autos reicht für 20 bis 50 Kilometer rein elektrischen Fahrens. Das ist zwar deutlich weniger als bei reinen E-Autos, genügt aber für die meisten Stadtfahrten. Die Luftqualität in Ballungsräumen profitiert davon. Auch ist der Energieverbrauch zum Beispiel im Stop-and-go-Verkehr deutlich geringer. Elektromotoren haben einen sehr guten Wirkungsgrad und sind im Stand an der Ampel oder im Stau komplett geräuschlos.

Effizient Fahren: Praktisch ist, wenn die Batterie auch während der Fahrt nachgeladen werden kann. Hintergrund: Auf dem Weg von Stadt zu Stadt kann man unterwegs Aufladung und dann das letzte Stück zum Ziel wieder elektrisch zurückgelegen. Dagegen ist es nicht sinnvoll, die Batterie immer nur so zu laden. Manche Plug-In-Hybride haben zusätzlich einen Schnellladeadapter. Damit lässt sich die Batterie in zehn Minuten zu 80 Prozent wieder laden – also während einer kurzen Fahrpause.

Antrieb: Benzin oder Diesel – diese Frage stellt sich wie generell beim Verbrennungsmotor auch bei den Hybrid-Modellen. Bei Neufahrzeugen dominieren inzwischen Benziner. Nur wenige Hersteller haben Diesel-Hybride im Programm. Die hohen Kosten der aufwändigen Abgasreinigung beim Diesel ist ein Grund. Zudem sorgt der Elektroantrieb für ein sehr hohes Drehmoment beim Beschleunigen, er gleicht also einen wichtigen Vorteil des Dieselmotors gegenüber dem Benziner elektrisch aus.

Gebrauchte: Prinzipiell unterscheidet sich der Kauf eines Plug-in aus Vorbesitz nicht sehr von dem einem herkömmlichen Verbrenners. Eine Gebrauchtwagen-Bewertung ist hilfreich, natürlich der Erwerb aus einer vertrauenswürdigen Quelle und die Probefahrt. Frühere Ängste vor schneller Alterung der Batterien haben sich nach Erkenntnissen von TÜV SÜD im Laufe der Zeit nicht bestätigt. „Fachwerkstätten können die Zahl der Ladezyklen und die eventuelle Alterung auslesen“, sagt TÜV SÜD-Experte Volker Blandow. Positiv wirkt sich aus, wenn das Auto oft rein elektrisch gefahren wurde. „Der Verschleiß eines Elektromotors ist sehr viel geringer als bei einem Verbrenner. Wir können Antriebsbatterien inzwischen eine sehr hohe Lebensdauer attestieren, häufig hält die Batterie länger als das Fahrzeug selbst.“