Rückblick: Im Jahr 1884 wurde das erste Kühlsystem für ein Fahrzeug entwickelt — allerdings war es keineswegs für die Insassen gedacht. Vielmehr handelte es sich um eine sehr simple Methode, den Motor vor Überhitzung zu schützen – nämlich mithilfe eines mit Eisblöcken gefüllten Behälters. Erst ein halbes Jahrhundert später wurde auch an eine Temperierung des Innenraums und damit an den Komfort für die Fahrzeuginsassen gedacht. Heute wäre das undenkbar: Klimaanlagen sind aus den Fahrzeugen kaum noch wegzudenken. Der neue SEAT Leon beispielsweise verfügt über eine ausgeklügelte Climatronic mit 3-Zonen-Temperaturregelung, mit der Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere jeweils ihre eigene Wohlfühltemperatur einstellen können.

Eva Villar entwickelt bei SEAT Fahrzeug-Klimaanlagen und kennt sich mit optimalen Temperaturen bestens aus: „Die Climatronic des neuen SEAT Leon ermöglicht die individuelle Einstellung der persönlichen Wohlfühltemperatur nicht nur für den Fahrer, sondern auch für den Beifahrer und die Passagiere im Fond des Fahrzeugs. Wir empfehlen übrigens eine Temperatur von 22 Grad Celsius.“

Um die Temperatur im Inneren des Fahrzeugs konstant und unabhängig von der Außentemperatur aufrechtzuerhalten, arbeitet das System mit mehreren Sensoren. Faktoren wie Außen- und Innentemperatur, Sonnenlicht, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit werden dabei alle berücksichtigt. Bei den Hybridmodellen des SEAT Leon ist es sogar möglich, die Climatronic aus der Ferne zu steuern, damit das Fahrzeug schon beim Einsteigen optimal temperiert ist. Darüber hinaus überwacht ein Sensor die Luftqualität. Erkennt das System eine schlechte Qualität der Außenluft, schließt es automatisch die Außenlufteinlässe und wälzt stattdessen die Innenluft um. Gleichzeitig reinigt das Air-Care-System die zirkulierende Luft und verfügt zudem über einen Pollenfilter.

Ausblick: Das Team von SEAT Climate Control arbeitet kontinuierlich an weiteren Verbesserungen in den Bereichen Energieeffizienz und Energieeinsparungen, Luftqualität und Komfort. In wenigen Jahren ist die Integration eines persönlichen Benutzerprofils in das System denkbar, das Faktoren wie Größe und Gewicht, Kleidung, Stoffwechsel und Tagesablauf berücksichtigt. So könnten Fahrzeuge der Zukunft jederzeit die persönliche Wohlfühltemperatur ihrer Fahrer und Insassen kennen und situationsbedingt automatisch einstellen.

Vom Dreiecksfenster zur Klimaanlage

Eine echte Innovation waren 1953 die beiden Dreiecksfenster des SEAT 1400: Durch die besondere Geometrie der geöffneten Fenster entstand ein konstanter Luftstrom, der hauptsächlich auf Hände und Arme von Fahrer und Beifahrer geleitet wurde. Bei ausgeschalteter Heizung wurde zudem über den Kühler frische Luft in den Fußraum geleitet.

Im Jahr 1973 war der SEAT 132 das erste SEAT Modell, das Kunden die Option einer werksseitig eingebauten Klimaanlage bot. Darüber hinaus verfügte dieses Fahrzeug über einzigartig gestaltete Sonnenblenden: Sie wurden nicht heruntergeklappt, sondern waren in das Dach des Fahrzeugs integriert. Sie konnten nach vorne sowie seitlich heruntergezogen werden und schützten somit von beiden Seiten vor blendendem Sonnenlicht.

Der SEAT Ibiza aus dem Jahr 1993 wurde mit einer für seine Zeit sehr fortschrittlichen Klimaanlage ausgeliefert. Allerdings war es noch nicht möglich, eine genaue Temperatur einzustellen. Stattdessen richtete sich der Kühleffekt nach der Stärke des Innenraumgebläses, die vom Fahrer individuell reguliert werden konnte. Zudem erfüllte die Klimaanlage erfüllte eine wichtige Sicherheitsfunktion: sie sorgte für eine trockene Umluft im Fahrzeuginneren und verhinderte so das Beschlagen der Windschutzscheibe.