Bei Volkswagen ist die Hybridisierung ein weiteres Kern­element bei der Antriebsstrategie auf dem Weg ins emissionsfreie Zeitalter. „Deshalb führt der Volkswagen Konzern die Plug-In-Hybridtechnologie in vielen wichtigen Volumensegmenten ein“, sagt Dr. Kai Philipp, Leiter Projektsteuerung PHEV-Entwicklung und erläutert weiter, „dass den Anfang ab 2014 die GTE-Modelle machten, deren elektrische Reichweite in der zweiten Modell­-Generation durch eine größere Batteriekapazität gesteigert wurde.“ Fakt ist, dass die elektrifizierte GTE-Version der aktuellen Passat-Generation in der Käufergunst gestiegen ist: Mittlerweile wählt jeder siebte Kunde den Plug-In-Hybrid (PHEV). 

Der Passat GTE leistet 218 PS (160 kW) und fährt im WLTP-Zyklus bis zu 56 Kilometer rein elektrisch. Er deckt damit weit mehr als das Tagespensum eines Durchschnitts­kunden ab, das bei 42 Kilometern liegt, so die Meinung bei Volkswagen. Im Passat-Segment, in dem vorwiegend Dieselmotoren geordert werden, macht der Benziner mit Plug-In-Hybridtechnik mittlerweile 15 Prozent der Bestellungen aus, „die Anzahl hat sich gegenüber dem GTE-Vorgängermodell verfünffacht“, so Dr. Phillip. 

Mit dem Passat GTE (ab 44.795 Euro, Variant plus 1.015 Euro) ist das Zero-Emission- und Langstrecken-Fahrzeug der zweiten GTE-Generation am Start – ein Passat, zwei Autos. So will das beliebte Mittelklasse-Modell im „GTE“-Modus seine besonders sportliche Seite zeigen. Plug-In-Hybrid, das steht in diesem Fall für die Kombination eines Turbobenzindirekteinspritzers (TSI) mit einer E-Maschine, die von einer extern ladbaren Lithium-Ionen-Batterie mit Energie versorgt wird. Die Allianz aus Elektro- und Benzinmotor birgt Vorteile: Einerseits bieten die GTE Modelle mit ihrer Kombination aus E-Maschine und effizientem Turbobenziner (218 PS/160 kW Systemleistung) die Vorteile eines Langstreckenfahrzeugs. Anderseits sind sie in der urbanen Welt als Zero-Emission-Vehicle einsetzbar. Und das klappt jetzt noch besser: der neue Passat GTE ist mit einer größeren Batterie ausgestattet. Ihr Energiegehalt stieg von 9,9 kWh auf 13,0 kWh – ein Plus von rund 30 Prozent. Vorteil: Die reine elektrische Reichweite konnte vergrößert werden. Sie beträgt im neuen, praxisnahen WLTP-Zyklus bis etwa 55 km – im alten Zyklus (NEFZ) ergibt sich eine Reichweite von rund 70 km.

Der 1,4 Liter Vierzylinder-TSI-Motor entwickelt eine Leistung von 156 PS (115 kW), die E-Maschine liefert 115 PS (85 kW) – das maximale Drehmoment des Plug-In-Hybridantriebs beträgt jetzt 420 Newtonmeter. Fakt: Leistung und Kraft wollen umweltschonend und effizient genutzt werden – serienmäßig ist eigens für den Hybridantrieb entwickelten 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an Bord. Der Passat GTE startet mit ausreichend geladener Lithium-Ionen-Batterie stets im „E-Mode“. Geladen werden kann die Hochvolt- Batterie der Passat GTE Modelle wie gehabt über das externe Stromnetz oder während der Fahrt via TSI-Motor und Rekuperation. Um am Ende einer längeren Fahrt in der Stadt gezielt im „E-Mode“ unterwegs sein zu können, hat Volkswagen die Modi des Hybridsystems neu konfiguriert und das Nachladen der Batterie während der Fahrt vereinfacht.

„Nach dem Debüt im Passat und Passat Variant stellt Volkswagen 2020 eine ganze Reihe neuer Plug-In-Hybridmodelle vor“, kündigte Dr. Kai Philipp gegenüber DIE AUTOSEITEN an. Der neue Golf der achten Generation wird wieder als GTE angeboten, daneben kommt auch der normale Golf als zusätzliche Version Golf eHybrid. Im Laufe des Jahres startet die Technik im aufgefrischten Arteon und dem neuen Arteon ShootingBreak sowie im neuen Kompakt-SUV Tiguan. Schon Anfang März hatte das Topmodell der Marke seine Premiere: Mit dem neuen Touareg R bietet Volkswagen einen betont durchzugsstarken PHEV, dessen hybridische Systemleistung aus Verbrennungs- und elektrischem Antrieb bei 462 PS (340 kW) liegt. Im Gespräch mit DIE AUTOSEITEN sagte Dr. Kai Philipp zum Ausbau des PHEV-Angebots für die Marke Volkswagen: „Ja, es ist zu erwarten, dass weitere R-Modelle als leistungsstarke Plug-in-Hybriden umgesetzt werden.“