Hybridisierung ist ein Kern-Element der Antriebsstrategie auf dem Weg ins emissionsfreie Zeitalter. Volkswagen hält Wort: Die Marke konzentriert sich konsequent auf den Ausbau der E-Mobilität, baut sein Angebot bei vollelektrischen Modellen und bei Hybriden deutlich aus. Schon vor der Markteinführung des vollelektrischen ID.3 im Sommer 2020 zeigt sich, dass die Nachfrage nach E-Mobilität in Deutschland deutlich gestiegen ist: Bei der Modellreihe up! entfällt bereits jede zweite Bestellung auf die vollelektrische Version. Auch die elektrifizierte GTE-Versionen der aktuellen Passat-Generation steigen in der Käufergunst: Mittlerweile wählt jeder siebte Kunde den Plug-In-Hybrid (PHEV). Und der neue Golf GTE steht in den Startlöchern.

Dr. Kai Philipp, Leiter Projektsteuerung PHEV-Entwicklung, sprach zum Ausbau des Angebots für die Marke Volkswagen.

DIE AUTOSEITEN: Kann der Plug-in-Hybrid dem Kunden als Brücke zum reinen elektrischen Auto dienen?

Dr. Philipp: Ja, gerade weil er beides kann: e-Auto für den regionalen Verkehr sein und Langstreckenauto auf der Autobahn.

?: Worin sehen Sie den relevantesten Vorteil eines Plug-in-Hybrid?

Dr. Philipp: Das perfekte Zusammenspiel der beiden Antriebe. In vielen Situationen bemerkt der Fahrer gar nicht, ob der Verbrennungsmotor zugeschaltet ist oder nicht.

?: Steht der Plug-in-Hybrid als Antrieb heute mehr denn je im Wettbewerb zum Turbodiesel?

Dr. Philipp: Nein, eher als Ergänzung des Antriebsangebots. Die Reichweiten der Dieselmodelle sind nach wie vor einzigartig.

?: Volkswagen kombiniert die Technik des Plug-in-Hybrid konsequent in unterschiedlichen Leistungssegmenten. Die Volkswagen Performance Marke R setzt auch auf den Plug-in-Hybrid – hier scheinen sich Sportlichkeit und Effizienz nicht auszuschließen?

Dr. Philipp: Gerade das hohe Leistungsvermögen der PHEVs sorgt für die guten Teillastverbräuche. Bei den vergleichsweise niedrigen Lastanforderungen im Alltag erreicht der Hybrid die maximale Effizienz.

?: Sind neben dem Touareg R in Zukunft weitere R-Modelle mit Plug-in-Hybrid zu erwarten?

Dr. Philipp: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Spitzenmotorisierungen künftig hybridisch ausgelegt werden.

?: Sehen Sie die Plug- in-Technik auch in der Polo-Klasse?

Dr. Philipp: Nein, die PHEV-Technik benötigt ein Mindestmaß an Bauraum, daher ist der Golf die Untergrenze.

?: Welchen Einfluss hat die Hybridisierung auf die bisherigen Allrad-Modelle? Ist daran gedacht, diese Technik elektrisch zu generieren?

Dr. Philipp: Wir haben in fahrbaren Fahrzeugstudien wie dem CrossBlue bereits 2013 das Prinzip der „elektrischen Kardanwelle“ gezeigt, und bei der ID.-Familie werden zwei elektrisch angetriebene Achsen optional angeboten. Bei steigendem Bedarf ist die zusätzliche Elektrifizierung der Hinterachse durchaus auch bei PHEVs eine Option.

?: Fahrzeuge definieren sich nicht zuletzt über technischen Charakter, etwa Drehmomentverhalten und Kraftentwicklung der Motoren, werden dadurch unterscheidbar. Wie will Volkswagen seinen PHEVs einen unverwechselbaren Leistungscharakter verleihen?

Dr. Philipp: Die Bandbreite des Fahrverhaltens unserer Performance-Hybride ist sehr groß. Ich kann einen Passat GTE innerstädtisch und auf Landstraßen leise und komfortabel wie ein e-Fahrzeug bewegen, oder ich nutze die volle Dynamik beider Antriebe. Insbesondere der Boost bei Zwischenspurts wie Überholmanövern und die Drehmomentunterstützung bei geringer Drehzahl sind Stärken der GTEs.