„Für Hersteller, Handel und Kunden besteht nun Klarheit über die Förderung beim Kauf von Elektroautos. Damit können die Beschlüsse der Konzertierten Aktion Mobilität, die am 04.11.2019 im Bundeskanzleramt getroffen wurden, zügig umgesetzt werden. Dies ist ein wichtiger Meilenstein für den gewünschten Hochlauf der Elektromobilität“, sagt Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Bereits im Januar 2020 stieg der Marktanteil der deutschen Hersteller bei Elektro-Pkw auf 63 Prozent (Vorjahresmonat: 51 Prozent) – allein acht der zehn meistzugelassenen Modelle stammen von deutschen Marken. Deutsche Hersteller bieten auf dem Inlandsmarkt derzeit insgesamt über 50 E-Modelle an. Das Ziel: bis 2023 auf mehr als 150 Modelle das Angebot zu verdreifachen.

 Auch Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), freut sich: „Der erhöhte Umweltbonus ist ein entscheidendes Instrument, um der Elektromobilität in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen. Zahlreiche internationale Hersteller haben ihren Kunden in den vergangenen Wochen bereits die Übernahme der erhöhten Fördersätze zugesagt. Mit dem offiziellen Start der höheren Kaufprämie erhält der Markt für Elektrofahrzeuge jetzt einen weiteren Schub.“ Die internationalen Hersteller leisten mit ihrem breiten Angebot von aktuell rund 50 Elektromodellen einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Elektromobilität in Deutschland. Batterieelektrische Autos und Plug-In-Hybride sind für die Kunden auch dank des Angebots der internationalen Hersteller in großer Vielfalt verfügbar. Bei rein-batterieelektrischen Pkw erreichen die VDIK-Marken im neuen Jahr einen Marktanteil von rund 50 Prozent.

Hintergrund: Die neuen Förderrichtlinien wurden am 18.02.2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht, die Richtlinie trat jetzt in Kraft und gilt rückwirkend zum 04.11.2019. Zusammen mit der Bundesregierung hatte sich die deutsche Automobilindustrie im November darauf verständigt, dass der Umweltbonus bis Ende 2025 verlängert und zudem erhöht wird.

Der Umweltbonus wird für E-Fahrzeuge (BEV und PHEV) bis 40.000 Euro Nettolistenpreis um 50 Prozent erhöht. Er steigt damit für BEV auf 6.000 Euro, bei PHEV auf 4.500 Euro. Für E-Fahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von über 40.000 bis 65.000 Euro steigt der Umweltbonus um 25 Prozent (BEV: 5.000 Euro; PHEV: 3.750 Euro). Die PHEV-Kriterien umfassen zudem einen maximalen CO2-Wert von 50 g/km oder eine elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometer. Diese Reichweitenvorgabe gilt bis 31.12.2021, danach wird sie auf 60 Kilometer erhöht. Ab 01.01.2025 steigt sie erneut auf 80 Kilometer.

Die Automobilindustrie beteiligt sich am Umweltbonus – wie bisher – paritätisch. „Wir begrüßen es, dass zudem junge E-Gebrauchtwagen, die weder beim Ersterwerb noch als Firmenwagen des Ersterwerbers eine staatliche Förderung erhalten haben, jetzt bei der Zweitveräußerung eine Umweltprämie erhalten können“, sagte Hildegard Müller. Die jungen E-Gebrauchtwagen dürfen nicht älter als 12 Monate sein, die bisherige Laufleistung darf maximal 15.000 Kilometer betragen. Gebrauchte BEV erhalten einen Umweltbonus von 5.000 Euro, gebrauchte PHEV erhalten 3.750 Euro. „Wir sehen in der Erreichung der Klimaziele, der Bewältigung des Strukturwandels der Branche und der Sicherung der Beschäftigung in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die enger Abstimmung bedarf und nur erfolgreich gelöst werden kann, wenn alle Akteure systemisch, zielorientiert und geschlossen vorgehen. Dafür ist es wichtig, langfristig Planungssicherheit zu haben“, betont die VDA-Präsidentin.