Die Kleinsten von Fiat haben die Nase vorn. Panda und Fiat 500 sind die ersten Modelle der Marke, die es nun auch mit Hybrid-Antrieb gibt – Verbrennungs- und Elektromotor teilen sich also die Arbeit. Beide Autos gehören zur Klasse der sogenannten Mild-Hybride, das heißt sie können nicht rein elektrisch fahren wie etwa Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid. Dafür, dass die Marke vergleichsweise spät mit einem solchen alternativen Antrieb auf den Markt kommt, haben die Italiener ihre eigene Philosophie entwickelt: Erst jetzt sei der Markt reif für eine Elektrifizierung  im Kleinwagenbereich.

Sowohl Fiat 500 wie auch Fiat Panda treten auf, wie man sie schon kennt. Bis auf einige Details in den Anzeigen – ein Display bildet den Verlauf der Rekuperation grafisch ab – ist alles beim Alten geblieben. Die Technologie des Antriebs ist beim Fiat 500 Hybrid und Fiat Panda Hybrid identisch. Als Verbrenner kommt ein komplett neuer Dreizylinder-Benziner zum Einsatz, der mit einem Riemen-Starter-Generator (RSG), der im 12-Volt-Bordnetz arbeitet, und einer Lithium-Ionen-Batterie kombiniert wird – aus 1,0-Liter Hubraum gibt es 70 PS (51 kW). Im Vergleich zum Vierzylinder-Benziner 1.2 8V (69 PS/50 kW) aus der FIRE-Baureihe will die MHEV-Technologie die CO2-Emissionen reduzieren, ohne Abstriche bei der Leistungsfähigkeit zu machen. Das RSG-System will darüber hinaus im Vergleich zu einem konventionellen Startermotor eine deutlich komfortablere, vibrationsfreie Funktionsweise der Start&Stopp-Automatik bieten.

Der Fünf-PS-Elektromotor unterstützt den Benziner in bestimmten Phasen des Fahrens, bewegt das Auto aber niemals allein. Vorteil: Gespart wird beim Verbrauch, wenn Energie zurückgewonnen wird, beim Bremsen oder auch beim „Segeln“, wenn der Motor ohne druckvolle Last das Auto rollen lässt. Um im Stadtverkehr mit zu schwimmen, reicht die vorhandene Leistung und das vergleichsweise geringe Drehmoment von 93 Nm aus. Fiat verspricht, dass die Kombination des Benziners mit einem E-Antrieb den Verbrauch auf  3,8 Liter pro 100 Kilometer senkt. Das sorgt auf dem Papier für einen Kohlendioxidausstoß von 88 (Fiat 500) und 89 (Panda) je Kilometer – damit unterbieten beide Wagen das  von der EU festgesetzte 90-Gramm-Ziel. Das Sparen unterstützen soll ein Sechs-Gang-Getriebe, was bei solch kleinen Autos eher ungewöhnlich ist.

Die Hybrid-Technik engt die Kofferräume nicht ein, der 3,57 Meter kurze Fiat 500 kommt auf 185 Liter, der 3,71 Meter kurze Fiat Panda auf 225 Liter Ladevolumen. Wegen des kurzen Radstandes von 2,30 Metern kann man in Sachen Straßenlage bei den Kleinwagen keine Wunder erwarten: Querfugen schütteln bei höherem Tempo die Insassen kräftig durch, aber das ist bei den kleinen Hybrid-Modellen nicht anders als bei den reinen Benziner. Fiat offeriert die beiden Hybrid-Zwerge mit einem nur geringen Aufschlag: Der Mehrpreis gegenüber den herkömmlichen Modellen beträgt etwa 500 Euro, damit kostet der Panda Hybrid ab 13.490 Euro, der Fiat 500 ist ab 13.990 Euro zu haben.

Das Jahr 2020 soll mit dem Start der Elektrifizierung einen neuen Meilenstein in der Historie von Fiat markieren. Jetzt machen den Anfang die Hybrid-Versionen von Fiat 500 und Fiat Panda, die zur Einführung in einer speziellen „Launch Edition“ angeboten werden. Doch noch in diesem Jahr möchte Fiat einen nächsten Schritt zur Elektrifizierung: Für März kündigt das Unternehmen erstmals den Fiat 500 als reines Elektroauto an.