Nissan hatte es mit seinem Juke nicht leicht, als er vor zehn Jahren seine Premiere in Deutschland erlebte. Das Konzept und vor allem das Design polarisierte mächtig: Entweder man liebte oder man hasste das kompakte SUV mit dem markanten Design. Besonders am Heck und den kleinen Fenstern in den hinteren Türen schieden sich die Geister. Und überhaupt: Warten Käufer auf so ein expressiv geformtes Auto? Nach 70 000 in Deutschland und einer Million in ganz Europa verkauften Juke liegt die Antwort vor. Nun will Nissan die Erfolgsgeschichte mit der neuen Modellgeneration fortschreiben.

Übermäßig Mut bedurfte es freilich bei der Entscheidung zur Neuauflage nicht, denn das SUV-Segment boomt ungebrochen, gerade auch die kleinen, kompakten SUV sind quer durch die Marken der Renner. Nissan reklamiert heute für sich,  vor gut zehn Jahren das SUV im B-Segment erfunden zu haben, ein Crossover, weil Stilelemente verschiedener Fahrzeugklasse miteinander verbunden wurden. Auch in der zweiten Generation ist der Juke unverwechselbar geblieben. Das wird besonders beim Blick auf die Seiten mit ihren hoch ansteigenden Karosserielinien deutlich. Geblieben sind hinten die sehr kleinen Fenster, etwas gezähmt wurde die Heckpartei des Vorgängers mit seinen riesigen Heckleuchten – nun sieht es hinten gefälliger, eleganter aus.

Die Infotainment-Optionen und Assistenzsysteme des neuen Juke will das Fahren sicherer, einfacher und angenehmer machen. Ein umfangreiches Sicherheitsnetz knüpfen Technologien wie der intelligente Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent mit Verkehrszeichenerkennung sowie ein Spurhalte-, ein Querverkehrs- und ein Totwinkelassistent, den Nissan erstmals in dieser Form in das kleine Crossover-Segment bringt. Das System warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel und hält den Juke in der Spur, um eine Kollision zu vermeiden. Die aus Leaf und Qashqai bekannte, optionale ProPilot-Technologie entlastet ab der zweiten Modellgeneration nun auch Juke-Fahrer. Das Assistenzsystem hält das Fahrzeug automatisch in der Spur, wahrt einen gleichbleibenden sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und steigert damit den Komfort auf langen Fahrten zum Arbeitsplatz oder im dichten Verkehr.

Der neue Juke (ab 18.990 Euro) bietet jetzt mehr Platz, den es ist in der Länge um fast acht Zentimeter gewachsen, nahm um drei in der Breite zu und bietet Passagieren auf den Rücksitzen dank längerem Radstand gut sechs Zentimeter mehr Kniefreiheit. Überhaupt geht es hinten deutlich luftiger zu, das Einsteigen ist bequemer, über den Köpfen ist viel Platz. Klappt man die Kofferraumhaube auf, bemerkt man zufrieden, dass die Ladeluke deutlich breiter geworden ist und es auch sonst geräumig ist: Statt bisher 354 Liter hat der Kofferraum nun ein Ladevolumen von 422 Liter.

Neben den bewährten Varianten Visia, Acenta und N-Connecta stehen mit den Ausstattungslinien Tekna und N-Design gleich zwei Topversionen zur Wahl. In einem Punkt überrascht der Juke: Er wird mit nur einer Motorversion angeboten. Daran werde sich vorerst auch nichts ändern, bestätigt Nissan und blieb unklar, ab in überschaubaren Zeiträumen an eine Elektroversion gedacht wird, offenbar nicht. Unter der Motorhaube arbeitet ein  DIG-T-Turbobenziner mit drei Zylindern, der aus 1,0-Liter Liter Hubraum 117 PS (86 kW) entwickelt. Als Alternative zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe steht für den Juke erstmals ein sportliches Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) mit Lenkradschaltwippen zur Wahl (plus  1600 Euro). Dessen fahrdynamischen Charakter sich über den optionalen D-Mode Schalter mit den drei Modi Eco, Standard und Sport den individuellen Vorlieben anpassen lässt.