Für die meisten war das zweite GP Ice Race seit der Wiedergeburt des Eisrennens im Salzburger Bundesland eine Premiere. Auch Tanner Foust, dreifacher GRC- und amtierender Americas-Rallycross-Meister, war zum ersten Mal in Zell am See dabei. „Es ist fast wie ein kleines Goodwood. Toll, wie greifbar hier die Autos und Rennfahrer sind“, kommentierte ein Besucher des GP Ice Race am Service-Lkw von Volkswagen. Und wahrlich – die Wege zwischen Fahrerlager und Strecke sind kurz: Auf rund 200 Metern kann einem da schon mal das Who’s who des Motorsports begegnen: Ob Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, Stig Blomqvist, Daniel Abt, Benny Leuchter oder René Rast – die Teilnehmerliste strotzt nur so vor motorsportlichen Größen.

Bereits jetzt haben Zuschauer das GP Ice Race als eine Art „Goodwood Festival of Speed auf Eis“ geadelt – an dessen Spitze mit Ferdinand Porsche und Vinzenz Greger zwei wahre Motorsport-Enthusiasten stehen. Sowohl im Hinblick auf die Anzahl der teilnehmenden Fahrzeuge und Gäste erinnert das Eisrennen tatsächlich an die frühen Jahre der berühmten Motorsportveranstaltung in Südengland, die 1993 zum ersten Mal stattfand. Doch das GP Ice Race im österreichischen Zell am See spricht eine neue Generation von Motorsport-Fans an, denen die Party neben der Strecke und die Präsenz in den Sozialen Medien ebenso wichtig ist wie das Rennerlebnis.

Der eR1 zum anfassen: Das reinelektrische Konzept-Fahrzeug mit Rennfahrerin Jasmin Preisig

Mit dem T-Roc R, der sich mit seinem serienmäßigen 4MOTION auf Schnee und Eis sehr wohlfühlt, und einem rein elektrischen Golf Konzeptfahrzeug, ebenfalls mit Allradantrieb, zeigte auch Volkswagen R spannende Performance-Fahrzeuge. „Das Ice Race in Zell am See hatte schon im vergangenen Jahr mit seinem ersten Revival viele Fans begeistert. Die Kombination aus Motorsport und einem Rundkurs aus Eis mitten in den Alpen ist großartig“, freut sich Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. Mit der Auswahl an Rennfahrzeugen, die Volkswagen in diesem Jahr nach Zell am See brachte, hat die Marke den Fans einiges geboten: eine spannende Mischung aus aktuellem und historischen Fahrzeugen und zudem mit den rein elektrischen Autos auch einen Blick in die Zukunft gewährt.

Der Beetle R war erstmals zu Gast beim Eisrennen: Der 560 PS starke Rallycross-Beetle fühlt sich auf Stock und Stein und auf losem Untergrund gleichermaßen wohl. „Ich freue mich so sehr, den Beetle nach einem halben Jahr wiederzusehen“, sagte Foust beim Event etwas wehmütig, „es ist der perfekte Abschied.“ Der Beetle R hat nach fünf gewonnenen Meisterschaften kürzlich seine Karriere beendet. Tanner Foust ist schon in diversen Rennserien gestartet und bringt breit gefächerte Erfahrung mit.

In Kürze wird er gemeinsam mit dem erstmals in Zell am See vorgestellten eR1 von Volkswagen R eine Nordamerika-Tour unternehmen. Der eR1 begann seine Karriere als Testträger für den fünffachen Champion und Elektro-Rennwagen ID.R – später wanderte das Wissen aus dem ID.R zurück in den weiterentwickelten eR1. Und dass sich das gelohnt hat, demonstrierten Foust und der eR1 auch bei den Show- und Taxifahrten für Gäste auf dem Eis – bei Tag wie bei Nacht. „Eigentlich wollte mich Tanner nicht mit seinem Beetle fahren lassen, aber ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt“, lachte Tourenwagen-Rennprofi Benny Leuchter. „Aber auch der eR1 hat mich echt begeistert – obwohl er als Rundstreckenauto ausgelegt ist, fuhr ihm der Rallycross-Beetle nicht wirklich davon. Wahnsinn, was der für eine Power hat.“ Weder eR1 noch Beetle werden wohl so bald wieder so greifbar für die Besucher des speziellen Events sein.

Buchstäblich zum Anfassen war auch der Volkswagen T-Roc R, der nicht nur von Rennfahrerin Jasmin Preisig (Langstrecken-Meisterschaft Nürburgring) auf dem Eis pilotiert wurde, sondern allen Besuchern für Probefahrten zur Verfügung stand. Die Schweizerin sagte: „Es ist total ungewohnt mit dem T-Roc R und Spikes auf Eis zu fahren. Aber nicht nur mir, auch den Fans scheint es Spaß zu machen, dabei zuzuschauen. Und wo ist man den Autos schon so nah wie hier“ – wie eben im britischen Goodwood. Damit hat das GP Ice Race beste Chancen auf einen festen Platz im Terminkalender echter Motorsport-Fans.