Wohl kaum ein anderes Auto ist so tief im Leben seiner Fahrer verwurzelt wie der Golf. „It’s our Life“ – Andreas und Bianca Wehlen erzählen, warum sie niemals auf ihren Einser Golf verzichten würden.

Alles begann mit Onkel Wolfgang. Ohne den wäre Andreas Wehlen aus Waldorf bei Ahrweiler wohl nicht so früh zum Golf gekommen: 1979 reiste Wolfgang zu Andreas’ Einschulung im Golf I an. „Signalgelb, unvergesslich“, erinnert sich Andreas in schönster rheinländischer Sprachmelodie. „Et jibbet sogar ’n Foto davon“, spricht die Frohnatur und greift ins Handschuhfach. Tatsächlich: Da sind sie, die drei: Andreas, sein Brüderchen Christian und Onkel Wolfgangs Golf, Baujahr 1976. Lächelnd streicht der heute 46-Jährige über das Bild, bevor er es liebevoll auf die Hutablage seines eigenen Autos legt – eines lofotengrünen Golf,  ebenfalls Baujahr 1976. Ist doch klar, oder?

„Wir sind immer Volkswagen gefahren, mein Vater meist Passat, Onkel Wolfgang eben Golf I und ich selbst habe mit einem Polo 86 C angefangen“, erzählt Andreas, der von Beruf Lehrer ist. Profession und die Liebe zum Golf teilt er mit Gattin Bianca. „Ich mach’ alles mit, und das gerne!“, lacht sie. Und erzählt, wie die Lüftung ihres Golf noch Monate nach dem Einsatz beim Karnevalsumzug von Ahrweiler Konfetti spuckte.

Ihren bereits 2001 erworbenen Golf I hegen und pflegen Bianca und Andreas nicht nur, sie benutzen ihn auch „richtig“ – und regelmäßig. Per Anhängerkupplung zieht der 50-PS-Golf, der erst 78.000 Kilometer Gesamtfahrleistung aufweist, einen 1966er-„Brüderchen“-Wohnwagen. Damit vagabundieren die beiden von Treffen-zu-Treffen, reisen zu Events wie den Classic Days auf Schloss Dyck oder fahren in den Urlaub. Und das wie im Jahr 1976, denn Bonanza-Rad, passende Campingstühle und andere zeittypische Accessoires vervollständigen den stilechten Auftritt.

Übrigens: Gleich nach seinem Einstiegs-Polo sattelte Andreas 1993 um auf Golf I C, Baujahr 1982. Zwei Exemplare hintereinander begleiteten ihn durch Studium und Referendariat. Anschließend übernahmen Passat 35i und Golf IV Variant die Fahrten im Alltag, wenig später jedoch kam Wehmut auf bei Golf-Fan Andreas: „Ich wusste schon damals: Der Einser wird mal ein Klassiker!“, begründet er seinen frühen Oldie-Kauf aus erster Hand im Jahre 2001.

Wenn er jetzt, 18 Jahre später, auf den Fahrersitz gleitet, den filigranen Zündschlüssel im Schloss umdreht und dem hellen Singsang des 1,1-Liter-Vierzylinders lauscht, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. „Damals, auf der Fahrt zur Einschulung, durfte ich vorne, neben Onkel Wolfgang sitzen“, erinnert er sich, noch immer stolz wie Bolle. Dass er heute, als Lehrer, so manches Mal erneut im Einser Golf zum Unterricht fährt, erscheint so bemerkenswert wie konsequent. Auf die Frage, wie sie den Wagen mit einem Wort beschreiben würden, sagt Andreas: „Grün!“ Bianca denkt da mehr an die inneren Qualitäten: „Zuverlässig!“ Andreas nickt: „Stimmt, war nie was dran“, bekräftigt er. „Weißte Bescheid.“