Automobili Lamborghini hat 25 Jahre nach Produktionsende des legendären LM002 mit dem Urus ein Modell auf den Markt gebracht, das heute im Segment der Super-SUVs für Furore sorgt. Mit seiner dritten Modellreihe, dem Lamborghini Urus schafft Lamborghini eine neue Nische im Luxussegment, mit wegweisender Dynamik.

Rückblick: Der schwarze LM002 wurde von der Klassikabteilung Lamborghini Polo Storico vollständig restauriert und repräsentiert Lamborghinis ersten SUV: Der LM002 kann als einer der Vorreiter heutiger Luxus SUVs gelten. Auf dem Asphalt mondäner Städte erregte der LM002 ebenso Aufsehen wie im Gelände, auf Sand, Schotter und Schnee. Die Geschichte des LM002 begann Ende der 70er Jahre als Entwicklungsprojekt für einen hochleistungsfähigen Geländewagen zu militärischen Zwecken mit dem Namen Cheetah. Der Lamborghini Ingenieur Giulio Alfieri griff das Projekt 1981 mit dem LM001 wieder auf: Ein innovatives Konzept mit Heckmotor, auf das der LMA Prototyp mit Frontmotor folgte. Der LM002 wurde in seiner endgültigen Ausführung erstmals 1986 auf dem Brüsseler Automobilsalon präsentiert: Der V12-Motor aus dem Countach Quattrovalvole hatte einen Hubraum von 5,2-Liter und lieferte 450 PS.

„Der Lamborghini Urus ist ein visionärer Ansatz, bei dem die Lamborghini DNA im vielseitigsten Fahrzeugkonzept, dem SUV, zum Tragen kommt. Der Urus hebt den SUV auf eine bisher unbekannte Ebene, die des Super SUV “, sagt Stefano Domenicali, Chairman und Chief Executive Officer von Automobili Lamborghini. „Es handelt sich um einen waschechten Lamborghini in Bezug auf Design, Leistung, Fahrdynamik und Emotionen und ist gleichzeitig alltagstauglich in jeder Situation. Der Urus passt als Hochleistungsfahrzeug perfekt in die Lamborghini Familie.“ Gemäß der langen Lamborghini Tradition stammt der Name Urus aus der Welt der Stiere. Der Urus, auch als Auerochse bezeichnet, ist einer der großen, wilden Vorfahren der Hausrinder. Der spanische Kampfstier, wie er seit 500 Jahren gezüchtet wird, ist dem Urus in seinem Erscheinungsbild immer noch sehr nahe.

Die Fakten: Der Urus verfügt über einen 4,0 Liter V8 Biturbo-Motor mit 650 PS (478 kW) bei 6.000 U/min und einem maximalem Drehmoment von 850 Nm bereits bei 2.250 U/min. Mit 162,7 PS pro Liter glänzt der Urus über eine der höchsten spezifischen Leistungen in seiner Klasse und mit 3,38 kg pro PS über das beste Leistungsgewicht. Der Urus beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden und von 0 auf 200 km/h in 12,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 305 km/h (!) erreicht. Nur gut, dass seine Bremsleistung ebenso beeindruckend: aus Tempo 100 km/h auf Stillstand in 33,7 Meter.

Der permanente Allradantrieb des Lamborghini Urus will bei Wind und Wetter sowie auf jedem Untergrund für sichere und reaktionsschnelle Fahrdynamik sorgen. Ein zentrales Torsen-Sperrdifferenzial bietet maximale Kontrolle und Agilität unter den Fahrbedingungen – insbesondere im Gelände, so der Hersteller. Aber wer will mit dem Urus schon ins schmutzige Gelände fahren. Das Drehmoment wird standardmäßig im Verhältnis 40:60 auf die Vorder-/Hinterachse verteilt, maximal 70 Prozent auf die Vorderachse oder 87 Prozent auf die Hinterachse. Dadurch soll die Traktion an der Achse mit der besseren Haftung optimiert werden. Im Urus ist ein aktives Torque-Vectoring über das Hinterachsdifferenzial eingebaut. Vorteil: die Antriebskraft für bessere Traktion je nach Fahrmodus, Fahrstil und Haftungssituation kann an jedes einzelne Rad verteilt werden. Torque-Vectoring bietet auch eine zusätzliche Unterstützung bei der Lenkung: weniger Lenkaufwand ist erforderlich und verbesserte Agilität. In den Fahrmodi „Strada“, „Terra“ (Off-Road) und „Neve“ (Schnee) reduziert das Torque-Vectoring das Untersteuern und will so ein sicheres Fahrverhalten vermitteln. In den Modi „Sport“ und „Corsa“ sorgt das Torque-Vectoring für ein agileres Fahrverhalten des Urus: Die Interaktion zwischen Allradsystem und ESC kontrolliert das Übersteuern für Präzision und Fahrspaß. Beim Modus „Sabbia“ (Sand) ist das System auf Agilität und Präzision auf Untergrund mit reduziertem Grip wie Kies oder Sanddünen ausgerichtet.
Musik für die Ohren des Urus-Fahrers: Je nach gewähltem Fahrmodus variiert der V8-Motor Sound und damit auch das Fahrgefühl im Urus. Seine Bandbreite reicht von vornehmer Zurückhaltung mit tiefer Tonfrequenz im Strada Modus bis hin zu einem sportlicheren und kernigeren Lamborghini Sound im Corsa Modus. Eine speziell entwickelte Abgasanlage passt den Klang auch an die Motordrehzahl an: Bei starker Beschleunigung erzeugt der Urus ein betont kernigeres Klang. Der Urus ist ein waschechter Lamborghini. Er nimmt beim Design Anleihen am LM002 und den legendären Sportwagen aus der Lamborghini Geschichte auf. Der 5,11 Meter lange Urus hat unverkennbare Proportionen und will das, zwei zu eins Verhältnis zwischen Karosserie- und Fensterfläche der Lamborghini Sportwagen übertragen. Der Urus ist ein Lamborghini, bietet aber im Gegensatz zu den Modellen der Sportwagen-Riege ein ordentliches Platzangebot für bis zu fünf Personen – bei einem Radstand von drei Meter sollte dies nicht verwundern. Ein Volumen von 616 bis knapp 1.600 Liter im Gepäckraum lässt auch die Mitnahme von etlichen Taschen und Koffern zu. Im Falle unseres Testwagens war der Urus mit einer Sonderoption in Verbindung mit den 18-fach verstellbaren Vordersitzen ausgerüstet, die ein exklusives Layout mit zwei separaten Rücksitzen bietet – das außergewöhnlichen Komfort für die hinteren Fahrgäste bietet und gleichzeitig den sportlichen Charakter des Urus widerspiegelt. Die Y-förmigen vorderen seitlichen Lufteinlässe, ebenfalls ein Merkmal des LM002, zeigen die italienische Flagge: Der Urus stammt aus Italien und ist Made in Italy. Einen Urus sein Eigen zu nennen, setzt eine Investition von mindestens 171.429 Euro voraus.