Der Schlüssel zum Erfolg der Elektromobilität in Deutschland ist eine leistungsfähige öffentliche wie auch private Ladeinfrastruktur. „In diesem Jahr werden mindestens 160.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Bis 2030 soll der Bestand von Elektro-Pkw auf sieben bis 10,5 Millionen steigen, um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Die Ladeinfrastruktur muss mit diesem starken Zuwachs sowohl kurzfristig als auch langfristig unbedingt Schritt halten“, sagt Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).

Obwohl der Aufbau von Ladeinfrastruktur vor allem eine Aufgabe der Energielieferanten ist, hat die Automobilindustrie zugesagt, sich erheblich zu engagieren – sie will in Deutschland bis Ende 2022 rund 15.000 Ladepunkte auf ihren Betriebsgeländen und im Handel schaffen. Das Versprechen lautet, dass die internationalen Hersteller sich daran mit mindestens 5.000 Ladepunkten beteiligen wollen. Die Automobilindustrie will zudem das Schnellladenetz an Fernstraßen ausbauen, auch unter Beteiligung internationaler Hersteller. Zudem werden die Unternehmen technische Informationen zu Elektrofahrzeugen liefern, damit das Netz zielgerichtet ausgebaut werden kann.

Da zunächst rund 85 Prozent der Ladevorgänge zuhause stattfinden werden, sollte so schnell wie möglich ein Förderprogramm für die private Ladeinfrastruktur aufgesetzt werden. VDIK-Präsident Reinhard Zirpel betonte, „dass außerdem rechtliche Hürden zu beseitigen sind, damit die Einrichtung privater Ladeeinrichtungen in Wohnanlagen deutlich leichter und attraktiver wird. Die lange erwartete Reform des Miet- und Wohneigentumsrechts muss nun endlich in die Tat umgesetzt werden. 

Positive Entwicklung für Autokäufer: Im November 2019 hatte das Bundeskabinett bereits die Erhöhung und Verlängerung des Umweltbonus für Elektrofahrzeuge auf den Weg gebracht. „Der höhere Umweltbonus kann der Elektromobilität in Deutschland einen deutlichen Schub verleihen. Das ist ein klares Signal an Autokäufer: Es lohnt sich Elektrofahrzeuge zu kaufen“, sagt Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und begrüßt vor allem, „dass die Bundesregierung die Erhöhung der Kaufprämie jetzt so schnell wie möglich in die Tat umsetzt hat und nicht erst Anfang 2021, wie ursprünglich geplant. Damit wird eine eventuelle Kaufzurückhaltung vermieden und ein weiteres dynamisches Wachstum des Marktes für Elektrofahrzeuge ermöglicht.“

Attraktives Angebot für die Autofahrer:  Der Umweltbonus soll um fünf Jahre bis Ende 2025 verlängert und außerdem erhöht werden. Bei einem Nettolistenpreis von weniger als 40.000 Euro erhalten batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) insgesamt 6.000 Euro und Plug-In-Hybride (PHEV) 4.500 Euro. Bei einem Nettolistenpreis von mehr als 40.000 und bis zu 65.000 Euro erhalten BEV 5.000 Euro und PHEV 3.750 Euro Prämie. Der Bonus soll je zur Hälfte vom Bund und den teilnehmenden Herstellern getragen werden. Erstmals kann auch für junge gebrauchte E-Fahrzeuge der Umweltbonus unter bestimmten Voraussetzungen beantragt werden. 

Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK)