Die Produktion des neunen Golf ist bereits im Sommer gestartet und befindet sich derzeit in der Hochlaufphase – Anfang Dezember kommen die ersten Fahrzeuge zu den deutschen Händlern. Die achte Generation des Erfolgsmodells von Volkswagen will neue Maßstäbe im Segment setzen – auch in der Produktion. Rückblick: Seit der ersten Generation wurden weltweit über 35 Millionen Golf in verschiedenen Ausführungen produziert – 26 Millionen davon im Werk Wolfsburg. Um die Fertigung noch effizienter zu gestalten, wurden in Hunderten Workshops zahlreiche Arbeitsschritte bis ins Detail analysiert. Andreas Tostmann, Produktionsvorstand der Marke Volkswagen, sagt: „Mit Erfolg. Denn der Golf 8 ist deutlich komplexer als sein Vorgänger. Trotzdem können wir die durchschnittliche Fertigungszeit um etwa eine Stunde reduzieren.“

Der Golf 8 besteht aus über 2.700 Einzelteilen und Komponenten. Im vollvernetzen Golf 8 werden insgesamt 1.340 Meter Kabel bei 962 Leitungen verbaut. Das sind knapp 100 Meter mehr Kabel und 31 Leitungen mehr als im Golf 7. Von der Anlieferung der Bleche im Werk legt der Golf 69 Kilometer auf den Produktionslinien zurück, bis er die Fabrik verlässt. Insgesamt setzt Volkswagen für die Produktion des Golf 8 rund 2.300 Roboter ein. Mit dem Golf 8 bündelt Volkswagen die Golf-Produktion wieder in Wolfsburg und bringt sie zurück aus Zwickau und Puebla. „Der Golf ist das größte Volumenprojekt, das wir in Wolfsburg haben“, so der Hersteller. Im Stammwerk der Marke arbeiten 8.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschließlich am Golf. Nicht weniger als 72 Golf-Lieferanten kommen aus Niedersachsen, was die Bedeutung für die Region unterstreicht.

Beim Golf 8 ist es durch eine höhere Standardisierung der Anlagen und Prozesse gelungen, die Investitionen für einen erfolgreichen Anlauf im Vergleich zum Vorgänger mehr als zu halbieren. Ein weiterer Grund für den niedrigen Investitionsbedarf ist, dass der Golf 8 zur zweiten Generation von MQB-Produkten zählt. Die Gesamtinvestitionen für den neuen Golf belaufen sich auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Die maximale Produktionskapazität für den Golf beträgt in Wolfsburg 450.000 Autos pro Jahr über alle Derivate. Der Golf 8 basiert wie sein Vorgänger auf dem Modularen Querbaukasten (MQB). Dadurch können etwa im Karosseriebau 80 Prozent der bestehenden Anlagen aufgrund der derzeitigen Plattform-Strategie weiter genutzt werden. Für die Seitenteile mit den prägnanten Tornadolinien des Golf 8 wurde eine neue Anlage installiert. Sie ist nicht nur wesentlich flexibler, sie ist auch um 40 Prozent produktiver als die des Vorgängers Golf 7.

Der vollvernetzte Golf kommt mit 95 neuen digitalen Funktionen auf den Markt. Nicht nur dieses Auto wird digitaler sein als seine Vorgänger, auch seine Produktionsprozesse sind es. Die Fahrzeuginbetriebnahme, also die Aufspielung sämtlicher Daten, erfolgt beim Golf 8 erstmals vollautomatisch durch schnelles WLAN im laufenden Prozess an der Linie. Früher haben Mitarbeiter die Daten an festgelegten Stationen aufgespielt. Mit der neuen Methode kann Volkswagen bei wachsenden Datenmengen die Fertigungszeit konstant halten. „Beim Golf 8 hat die Mannschaft in Wolfsburg ihr ganzes Können gezeigt. Die Produktionsprozesse sind insgesamt effizienter geworden“, versichert Produktionsvorstand Andreas Tostmann.