Taycan – ein Name, der alle phonetischen, kreativen, strategischen und für die neue Modellreihe von Porsche spezifischen Anforderungen erfüllt. Er setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, die aus dem orientalischen Sprachraum stammen, und bedeutet sinngemäß „Seele eines lebhaften, jungen Pferds“ – und so soll der erste vollelektrische Porsche sein: lebendig, ungestüm, vital, mit Leichtigkeit auf langen Strecken, ohne müde zu werden, frei. Die viertürige Sportlimousine bietet ein einzigartiges Paket aus Porsche-typischer Performance, Konnektivität und vollumfänglicher Alltagstauglichkeit.

DIE AUTOSEITEN waren bereits mit dem neuen Porsche Taycan unterwegs. Nachdem wir Wochen zuvor in einem Taycan-Prototypen als Beifahrer mitfuhren und mit einem breiten Grinsen ausstiegen waren, ist die Begeisterung nach der ersten Ausfahrt mit dem Serienmodell umso größer. Ja, die versprochene Porsche-typische Performance spürt man – auch dieser rein elektrisch angetriebene Sportwagen ist ein echter Porsche. Die Fakten: von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit bei 260 km/h und dies bei 0g/km CO2. Bringt man es auf den Punkt, dann ist dieses „Elektroauto“ eine technische Meisterleistung. Wer den neuen Porsche Taycan gefahren hat, spürt welch perfekt abgestimmtes Performance-Paket die Porsche Entwicklungsingenieure geschnürt haben. Elektromobilität kann auch so umgesetzt werden, die dann einen enormen Fahrspaß bieten – und dies völlig emissionsfrei. Eben nicht nur in der City sondern auch auf der Autobahn jenseits von Tempo 200 km/h.        

Porsche bietet zunächst zwei Modelle der neuen Baureihe an: Taycan Turbo und Taycan Turbo S. Sie bilden die Speerspitze der Porsche E-Performance und zählen zu den leistungsstärksten Serienmodellen, die der Sportwagenhersteller derzeit in seinem Produktportfolio hat. In der Topversion Turbo S kommt der Taycan auf bis zu 761 PS (560 kW) Overboost-Leistung im Zusammenspiel mit der Launch-Control, der Taycan Turbo auf bis zu 680 PS (500 kW). Aus dem Stand beschleunigt der Taycan Turbo S in 2,8 Sekunden von null auf 100 km/h, der Taycan Turbo in 3,2 Sekunden. Die Reichweite beträgt bis zu 412 Kilometer beim Turbo S und bis zu 450 Kilometer beim Turbo. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beiden Allradmodellen bei 260 km/h.

Weniger leistungsstarke Varianten des allradangetriebenen Taycan sollen noch in diesem Jahr folgen. Ende nächsten Jahres kommt mit dem Taycan Cross Turismo bereits das erste Derivat hinzu.

Stichwort: Rekuperation

Die Rückgewinnung von Energie bedeutet, wenn der Fahrer des Taycan auf das Bremspedal tritt, dass die Elektromotoren als Generatoren genutzt werden und so zunächst ohne Eingriff der mechanischen Radbremsen verzögert. Die Bewegungsenergie wird so in elektrische Energie zurückgewandelt, die in die Batterie gespeist wird. Muss ein Fahrzeug stark verzögert werden, wird mehr Bremsleistung benötigt, als die Elektromotoren erzeugen können. In diesem Fall greift zusätzlich die konventionelle (Reib-)Bremse ein. Man kann zwischen Schubrekuperation und Bremsrekuperation unterscheiden. Bei der Schubrekuperation werden die elektrischen Motoren bei Rücknahme des Fahrpedals zur Verzögerung genutzt. Bei der Bremsrekuperation wird über das Bremssystem entschieden, welcher Anteil rekuperatorisch und welcher Anteil per konventioneller Radbremse umgesetzt wird

Der Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das mit einer Systemspannung von 800 Volt anstatt der bei Elektroautos üblichen 400 Volt antritt. Davon profitieren Taycan-Fahrer insbesondere unterwegs: In gut fünf Minuten soll mit Gleichstrom (DC) im Schnellladenetz Energie für bis zu 100 Kilometer Reichweite nachgeladen sein. Die Ladezeit für fünf bis 80 Prozent soll bei Idealbedingungen rund 22 Minuten dauern, die maximale Ladeleistung (Peak) 270 kW. Zuhause können Taycan-Fahrer ihr Auto mit bis zu elf kW mit Wechselstrom (AC) aufladen. 

Taycan Turbo S und Taycan Turbo besitzen zwei besonders effiziente E-Maschinen an Vorder- und Hinterachse – verfügen also über Allradantrieb. Vom hohen Wirkungsgrad der sogenannten Permanent erregten Synchronmaschinen profitieren sowohl die Reichweite als auch die Dauerleistung des Antriebs. E-Maschine, Getriebe und Pulswechselrichter sind jeweils zu einem kompakten Antriebsmodul zusammengefasst. Das Hinterachsmodul ist parallel zur Achse eingebaut. Zugunsten des Kofferraumvolumens sitzt darauf der Pulswechselrichter in einer sogenannten „Balkonlösung“. Das Vorderachsmodul ist durch seine koaxiale Bauweise auf engstem Bauraum im Vorderwagen integriert. 

An der Vorderachse gelangt die Kraft der E-Maschine über ein koaxial verbautes, kompaktes Eingang-Planetengetriebe und integriertes Stirnrad-Leichtbau-Differenzial an die Vorderräder. Das im Taycan an der Hinterachse verbaute Zweigang-Getriebe ist eine von Porsche entwickelte Innovation. Der erste Gang verschafft dem Taycan eine noch stärkere Beschleunigung vom Start weg, während der lang übersetzte zweite Gang eine hohe Effizienz und ebensolche Leistungsreserven auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten sicherstellt.