DIE AUTOSEITEN lernen den Porsche Taycan kennen 

Der erste vollelektrische Sportwagen Porsche Taycan feierte seinen ersten öffentlichen Auftritt – nicht auf der IAA 2019 in Frankfurt sondern zuvor zeitgleich in Kanada, China und Deutschland – auf diesen drei Kontinenten befinden sich die wichtigsten Absatzmärkte des neuen Elektro-Sportwagens. Die Weltpremiere des Porsche Taycan fand simultan in drei Veranstaltungsorte statt, sie stehen stellvertretend für verschiedene Wege der nachhaltigen Energiewirtschaft: die Niagarafälle an der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario für die Wasserkraft; der Solarpark in Neuhardenberg bei Berlin für Sonnenenergie und der Windpark auf der Insel Pingtan, rund 150 Kilometer von der chinesischen Stadt Fuzhou entfernt, für Windkraft. 

Mit seinem klaren, puristischen Design signalisiert der Taycan, dass ein neues Zeitalter bei Porsche begonnen hat – zugleich trägt er unverkennbar die Porsche Design-DNA. Von vorne wirkt er besonders breit und flach, mit stark gewölbten Kotflügeln. Die Silhouette wird bestimmt von der sportlichen, nach hinten abfallenden Dachlinie. Charakteristisch ist ebenso die Seitenpartie mit der starken Skulpturierung. Die schlanke Kabine, die eingezogene C-Säule und die ausgeprägten Schultern der Kotflügel führen zu einer starken, markentypischen Betonung des Hecks. Hinzu kommen innovative Elemente wie der Porsche-Schriftzug in Glasoptik, der in das Leuchtenband am Heck integriert ist. Die aerodynamisch optimierte Grundform mit einem cW-Wert ab 0,22 soll einen entscheidenden Beitrag zu einem geringen Energieverbrauch und damit einer hohen Reichweite beitragen. 

DIE AUTOSEITEN hatten bereits vor der Weltpremiere die Möglichkeit den Taycan kennenzulernen – wenn zunächst als Mitfahrer, aber auch in dieser Position kann man fühlen, welches Potenzial die viertürige Sport-Limousine bietet. Sowohl vorne wie auch im Fond fühlt man sich nicht beengt. „Fußgaragen“ – Aussparungen in der Batterie im hinteren Fußraum – sorgen für Sitzkomfort im Fond und erlauben die sportwagentypisch niedrige Fahrzeughöhe. Konzeptbedingt  stehen zwei Kofferräume zur Verfügung: Das vordere Abteil fasst 81 Liter, das hintere 366 Liter.

Taycan Turbo S und Taycan Turbo besitzen zwei besonders effiziente E-Maschinen an Vorder- und Hinterachse, verfügen also über Allradantrieb. „Vom hohen Wirkungsgrad der permanent erregten Synchronmaschinen profitieren sowohl die Reichweite als auch die Dauerleistung des Antriebs“, erläutert ein Porsche-Ingenieur. „E-Maschine, Getriebe und Pulswechselrichter sind jeweils zu einem kompakten Antriebsmodul zusammengefasst.“ Hintergrund: Die Module haben die höchste Leistungsdichte (kW pro Liter Bauraum) aller heute auf dem Markt angebotenen Elektroantriebe. Eine Besonderheit der E-Maschinen ist die sogenannte Hairpin-Wicklung der Statorspulen. Die Technologie ermöglicht es, mehr Kupfer in den Stator zu bringen. Das erwünschte Ziel: Leistung und Drehmoment steigen bei gleichem Volumen.

Das an der Hinterachse verbaute Zweigang-Getriebe ist eine von Porsche entwickelte Innovation. Der erste Gang verschafft dem Taycan eine noch stärkere Beschleunigung vom Start weg, während der lang übersetzte zweite Gang eine hohe Effizienz und ebensolche Leistungsreserven sicherstellt. Dies gilt auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Ja, dies können wir als Mitfahrer im Taycan nur unterstreichen, mit welcher Kraft und letztendlich Fahrdynamik der rein elektrisch angetriebene Sportwagen seine Spur zieht, ist mehr als beeindruckend. 

Schon heute sind wir gespannt auf die erste Testfahrt mit dem Taycan. Was schon während der Mitfahrt vermittelt wurde, lässt unsere Erwartungshaltung weiter ansteigen. DIE AUTOSEITEN werden schon bald von der ersten Tour im Porsche Taycan berichten. 

Porsche verwendet für das Fahrwerk des Taycan ein zentral vernetztes Steuersystem. Die integrierte Fahrwerkregelung Porsche 4D-Chassis Control analysiert und synchronisiert alle Fahrwerksysteme in Echtzeit. Zu den innovativen Fahrwerksystemen gehören eine adaptive Luftfederung mit Dreikammer-Technologie inklusive elektronischer Dämpferregelung PASM (Porsche Active Suspension Management) und die elektromechanische Wankstabilisierung Porsche Dynamic Chassis Control Sport (PDCC Sport) inklusive Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus). Porsche betont, dass die Allradregelung mit zwei Elektromotoren sowie das Rekuperationssystem einzigartig sind. Die mögliche Rekuperationsleistung ist mit bis zu 265 kW deutlich höher als beim Wettbewerb, versichert der Hersteller. „Im Fahrversuch hat sich gezeigt, dass circa 90 Prozent der Bremsvorgänge im Alltag allein über die E-Maschinen erfolgen – ohne zusätzliche Aktivierung der hydraulischen Radbremsen“, erläutert ein Porsche-Testfahrer.

Das Profil der verschiedenen Fahrprogramme folgt grundsätzlich der gleichen Philosophie wie in den anderen Porsche-Baureihen. Hinzu kommen spezielle Einstellungen, die es erlauben, den rein elektrischen Antrieb optimal zu nutzen. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl: „Range“, „Normal“, „Sport“ und „Sport Plus“ – im Modus „Individual“ können zudem einzelne Systeme nach Wunsch konfiguriert werden.