ID.R ist unterwegs zum Gipfel

Der Tianmen Mountain ist tief in der chinesischen Mythologie verankert. Der 1.519 Meter hohe Berg im Süden des Landes gilt als „Tor zum Himmel“. Starke symbolische Bedeutung hat daher auch das Projekt von Volkswagen, mit dem rein elektrisch angetriebenen ID.R auf der rund elf Kilometer langen, mit 99 Kurven gespickten Straße zum Gipfel am 2. September einen Streckenrekord aufzustellen. Mit dem spektakulären Einsatz des emissionsfreien ID.R unterstützt die Marke Volkswagen eine umfassende Elektromobilitätsoffensive in China.

„China wird in Bezug auf nachhaltige Mobilität, Digitalisierung und neue Mobilitätsdienste eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt Dr. Stephan Wöllenstein, Mitglied des Markenvorstandes Volkswagen und CEO der Marke Volkswagen in China. „Ab 2020 wird die Marke Volkswagen in China zehn elektrifizierte Modelle im Portfolio haben, gefolgt von der Markteinführung der rein elektrisch angetriebenen ID. Produktfamilie, die auf der innovativen MEB-Plattform basiert. Bis 2023 sollen zehn komplett vernetzte ID. Modelle mit unterschiedlichen Karosserieformen auf den Straßen in China unterwegs sein.“

Rückblick: Seit 1983 werden Fahrzeuge der Marke Volkswagen in China hergestellt. Durch Joint Ventures mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) und der First Automotive Works (FAW) entwickelte sich Volkswagen zum Marktführer. Zusammen mit den Joint Ventures betreibt die Volkswagen Group China im Land heute 33 Produktionsstandorte mit zusammen über 100.000 Angestellten. Das Land ist außerdem größter Einzelmarkt für Volkswagen: 2018 setzte der Volkswagen Konzern 4,21 Millionen Fahrzeuge in China ab, davon 3,11 Millionen der Marke Volkswagen. Bei einem weltweiten Absatz von 6,24 Millionen Pkw der Marke Volkswagen im Jahr 2018 verkaufte diese also jedes zweite Fahrzeug in China.

Ausblick: Laut Marktdaten des Center of Automotive Management (CAM) wurden 2018 in China rund eine Million E-Autos verkauft. 2020 werden voraussichtlich bereits über fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen des Landes rollen. Entsprechend wird ein SAIC Volkswagen Werk in Anting bei Shanghai auf die Produktion von Fahrzeugen umgestellt, die auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen basieren. Ebenso wird das FAW Volkswagen Werk in Foshan E-Autos auf Basis der MEB-Plattform fertigen. In beiden Werken startet die Produktion im Jahr 2020. 

Schmal, steil und kurvenreich: mit dem Rekordversuch des ID.R am Tianmen Mountain wird die E-Offensive von Volkswagen in China spektakulär in Szene gesetzt. Die Strecke hat es in sich und ist eine Reise ins Unbekannte, denn bisher hat es einen derartigen Rekordversuch am „Tor zum Himmel“ noch nicht gegeben – zumal die Bestleistung ohne Ausstoß von Kohlendioxid erreicht werden kann. Erstmals in der Geschichte von Volkswagen Motorsport erfolgte auch die Logistik zum Event in China emissionsarm über elektrische Wege. Mit dem Güterzug wurde der ID.R entlang der Seidenstraße an den Fuß des Bergs Tianmen transportiert – rund 11.000 Kilometer Strecke innerhalb von drei Wochen.

Im Gespräch mit Jürgen Stackmann, Mitglied des Markenvorstands von Volkswagen Pkw, Geschäftsbereich Vertrieb, Marketing und After Sales, wollen wir wissen, welches Ziel man mit dem Rekordversuch am Tianmen Mountain verfolgt? „Wir wollen mit dem ID.R ein weiteres Mal unter Beweis stellen, dass Elektromobilität nicht nur Spaß macht, sondern auch extrem leistungsfähig und effizient ist. Die klare Message des ID.R ist: Elektromobilität ist emotional und faszinierend. Wir hoffen, dass der Tianmen mit unserer Richtzeit zu einem Ort wird, an dem sich Elektrofahrzeuge regelmäßig messen, um neue Dimensionen zu erreichen“, erklärt Stackmann. „Ganz ähnlich verhält es sich auch bei den Serienfahrzeugen der ID. Familie: Wir sind davon überzeugt, dass der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) seinesgleichen sucht. Er bildet nicht nur die Basis aller künftigen ID. Fahrzeuge, sondern steht auch anderen Fahrzeugherstellern zur Verfügung.“

Auf die Frage: Bringt ein Elektroauto mit hoher Reichweite und großem Platzangebot tatsächlich Fahrspaß? Sagte Jürgen Stackmann: „Ohne Frage. Das Gefühl der Beschleunigung in einem Elektroauto muss man einfach erlebt haben. Sicher können wir das nicht eins zu eins aus dem ID.R in die ID. Serienfahrzeuge übertragen, schließlich leistet er 500 kW und damit weit mehr, als die meisten Kunden wünschen. Wir wissen aber, dass dank des Elektroantriebs schon weitaus weniger Leistung eine tolle Beschleunigung ermöglicht. Das muss man aber selbst einmal spüren, sonst glaubt man es nicht.“  

Bereits heute ist der ID.R ein Rekord-Star: Der 680 PS (500 kW) starke Elektro-Rennwagen erzielte auch die absoluten Streckenrekorde beim Bergrennen am Pikes Peak (USA), beim Goodwood Festival of Speed (GB) sowie den Rundenrekord für E-Fahrzeuge auf der legendären Nürburgring-Nordschleife komplett emissionsfrei. Die Bestzeit auf der Nordschleife war zudem die energieeffizienteste Runde aller Zeiten auf der Traditionsstrecke in der Eifel.