Versuchsträger zeigt technische Kompetenz – Alexander Sims testet BMW Group „Power BEV“.

 Mit dem „Power BEV“ zeigte die BMW Group im Rahmen der #NEXTGen Veranstaltung in München einen Versuchsträger, der das technisch Machbare auslotet. Diese Limousine auf Basis der 5er Reihe verfügt über drei E-Maschinen der fünften E-Antriebsgeneration. Insgesamt verfügt es so über eine maximale Systemleistung von über 720 PS (530 kW) – so angetrieben kann es von 0 auf 100 km/h in deutlich unter drei Sekunden beschleunigen.

Alexander Sims, Formel E-Fahrer bei BMW i Andretti Motorsport, hat auf dem erstmalig durchgeführten NEXTGen Event in der BMW Welt in München vor internationalen Medienvertretern und Händlern gemeinsam mit BMW Ingenieuren Einblicke in die neuesten Entwicklungen in Sachen Elektrifizierung und die Technik des BMW iFE.18 (Formel E) gegeben. Er erklärte dabei den Technologie-Transfer zwischen Rennsport und Serienentwicklung und berichtete von einer außergewöhnlichen Testfahrt in einem ebenso außergewöhnlichen Fahrzeug: Sims testete bereits den BMW Group Versuchsträger „Power BEV“, der das technisch Machbare auf dem Feld der Elektromobilität auslotet.

Ziel bei der Entwicklung dieses Fahrzeugs war es, einen Versuchsträger aufzubauen, der nicht nur längsdynamisch, sondern auch querdynamisch beeindruckend fährt. Wie ein typischer BMW sollte er also nicht nur geradeaus schnell sein, sondern auch bei dynamischer Kurvenfahrt Freude bereiten. Hier haben Fahrwerks-Entwicklung und Antriebs-Entwicklung besonders eng Hand in Hand gearbeitet, um das Maximum an Performance zu ermöglichen. Das ist gelungen, wie Sims gegenüber DIE AUTOSEITEN nach seiner Testfahrt bestätigte: „Das ist das mit Abstand stärkste und dynamischste elektrische Straßenfahrzeug, das ich jemals gefahren bin. Glückwunsch an die BMW i Ingenieure. Sie haben ein echtes Biest geschaffen, das eindrucksvoll beweist, dass Freude am Fahren auch mit elektrischem Antrieb hervorragend funktioniert.“ Entscheidend für die fahrdynamischen Qualitäten des Fahrzeugs ist der Umstand, dass die beiden E-Maschinen an der Hinterachse getrennt ansteuerbar sind. So ist ein E-Torque-Vectoring darstellbar, das auch bei hochdynamischen Fahrmanövern möglichst viel Antriebsleistung in Vortrieb umsetzen kann.

Dank dieses Antriebs kann es von 0 auf 100 km/h in 2,8 Sekunden beschleunigen – genauso schnell wie das Formel-E-Fahrzeug, das Sims in der aktuellen Saison fährt. Im Versuchsträger der BMW Group handelt es sich um drei Antriebseinheiten der fünften Generation bei denen jeweils eine E-Maschine mit der dazugehörigen Leistungselektronik und dem Abtrieb in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht sind. Eine ist an der Vorderachse eingebaut, zwei an der Hinterachse – ausgeführt als Doppel-Antriebseinheit. Neben der Leistung ist bei dieser Generation bemerkenswert, dass sie völlig ohne seltene Erden auskommt. Erstmals in Serie soll eine solche E-Maschine mit dem BMW iX3 gehen.

 Als Basis für den Versuchsträger Power BEV diente ein aktuelles Serien-Fahrzeug der BMW 5er Reihe. Die Integration eines solchen Antriebs-Systems in ein Serien-Fahrzeug ist eine wesentliche Ingenieurs-Leistung. So blieb bei diesem Fahrzeug der gesamte Fahrgastraum vollständig ohne Einschränkungen erhalten. Dies erleichtert deutlich die Beurteilung des Antriebskonzepts im Vergleich mit anderen. Die Ingenieure konnten so auch noch besser analysieren, welche Möglichkeiten zwei getrennt ansteuerbare E-Maschinen an der Hinterachse mit E-Torque-Vectoring eröffnen. Das bietet die Möglichkeit, für zukünftige Serien-Fahrzeug-Projekte die jeweils passende Technologie zu wählen. So ist es auch in Zukunft möglich dem Kunden die jeweils passende Technologie im jeweiligen Fahrzeugkonzept zur Verfügung zu stellen.