Bereits seit Jahren ist SEAT bei Fahrzeugen, die mit komprimiertem Erdgas betrieben werden, führend – bietet aktuell die breiteste Modellpalette mit CNG-Motoren (Compressed Natural Gas) an. Erst kürzlich erweiterte die spanische Marke ihr Portfolio um das CNG-Crossover-SUV Arona – neben dem  Ibiza und dem Leon.

Johannes Fleck, Leiter für Produkt, Planung und Strategie bei SEAT Deutschland im Gespräch mit DIE AUTOSEITEN

DIE AUTOSEITEN: Herr Fleck, CNG ist ein wichtiges Thema bei SEAT in Deutschland. Wie wollen Sie dieses Thema dem Kunden schmackhaft machen?

Johannes Fleck: In allererster Linie natürlich dadurch, dass wir sehr schöne Autos anbieten. Wir haben hier beim Presseevent unser komplettes neues Modellportfolio dabei. Da stellen wir nicht nur den SEAT Arona, das erste CNG SUV, vor sondern auch alle anderen Modelle in den verschiedenen Ausstattungsvarianten. Im Endeffekt geht es um ein attraktives Produktportfolio, verbesserte Technik, verbesserte Preisstellung und wir setzten noch einen drauf: Um das Thema beim Kunden wirklich anzubringen, haben wir für die Markteinführung sogenannte Gleichpreisstrategien. Das heißt, dass wir durch Verkaufsförderung den geringen Aufpreis zum Benziner dann komplett ausgleichen. 

?: Was bedeutet dies konkret in Zahlen, nimmt man den SEAT Leon als Beispiel?

Fleck: Der Leon hat einen Aufpreis von 1.500 Euro gegenüber dem Benziner und das gleichen wir dann durch die Verkaufsförderung aus. Ich denke, hier haben wir wirklich ein sehr gutes Angebot für den Kunden, weil es nichts anderes heißt als das er wirklich ab dem ersten Kilometer signifikant Kraftstoffkosten spart. Ich denke, das ist schon ein sehr gutes Argument.

?: Wie haben Sie denn Ihre Händler auf das Thema CNG eingestimmt?  Der Erdgasantrieb ist keine neue Technologie. Wie werden die Händler das dem Kunden anbieten?

Fleck: In allererster Linie ist natürlich wichtig, dass wir ein gutes Angebot haben. Das ist die Grundlage. Darüber hinaus haben wir ein sehr umfassendes Trainingsprogramm mit verschiedenen Trainingsinhalten, mit dem wir unsere gesamten SEAT Händler in Deutschland auf den Stand bringen, dass sie kompetent Erdgasautos mit großer Freude verkaufen.

?: SEAT hat ja mit dem Thema CNG einen besonderen Stellenwert innerhalb des Volkswagen Konzerns. Wie schätzen Sie das für die Zukunft ein?

Fleck: Wir setzen auf CNG, weil es einfach eine interessante Alternative ist. Hier geht es darum langfristig eine Alternative mit im Programm zu haben – mit zahlreichen Vorteilen. CNG ist umweltfreundlich, wirtschaftlich und sofort verfügbar. Die Modelle sind jetzt lieferbar und die Tankstelleninfrastruktur ist da.

?: Wie gesagt die Antriebstechnik Erdgas ist nicht neu. Es gab im vergangenen Jahr einen Break. Das heißt, dass erdgasangetriebene Fahrzeuge nicht lieferbar waren. Woran lag das?

 Fleck: Das war die Umstellung der Antriebsstränge auf die neue Abgasnorm. Richtig, da gab es eine Unterbrechung. Das haben wir jetzt hinter uns und schauen da sehr optimistisch in die Zukunft. Wir haben gesagt, dass wir es jetzt noch einmal anpacken. Deswegen heißt es jetzt: CNG Restart 2019.

?: Mit dem SEAT Arona haben Sie ein besonderes Modell mit Erdgasantrieb im Angebot. Wie schätzen Sie da die Akzeptanz beim Kunden ein?

Fleck: Da kann man sagen: sehr gut. Das kompakte SUV ist ein Fahrzeugkonzept, was auf dem Markt im Moment sehr gut ankommt. Deswegen ist es wichtig, dass wir gerade dieses Auto auch als CNG Modell anbieten. Wir können heute schon sagen, dass der Arona seinen Weg machen wird, weil er schon heute unser meistverkauftes CNG Modell bei Seat ist.

?: Wie schätzen Sie den Absatz für 2019 prozentual ein, wenn das gesamte Portfolio verfügbar ist?

Fleck: Wir können über den Daumen sagen: innerhalb einer Baureihe mit einem CNG-Angebot können wir etwa 10 Prozent erreichen. Alles was zweistellig ist, würden wir als signifikant und erfolgreich bezeichnen. Das ist das Ziel.

?: Herr Fleck zum Abschluss: Können Sie vielleicht noch drei Hauptargumente nennen, warum der Kunde CNG fahren sollte?

Fleck: Das ist sehr gut darstellbar. CNG ist absolut umweltfreundlich. Wir haben sehr niedrige Emissionen in allen Bereichen. Es gibt zum Beispiel kaum Rußpartikel. Die Autos brauchen deswegen keinen Partikelfilter, das ist schon mal sehr gut. Wir haben auch rund 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß. Noch ein sehr viel größeres Potential gibt es, wenn wir wirklich auf Biomethan setzen, was dann sogar in Richtung nachhaltige Mobilität gehen kann. Umweltfreundlichkeit ist natürlich das eine Argument. Das Andere ist die Kostenseite, weil unser Angebot im Moment dafür sorgt, dass man eine sehr gute Preisstellung hat. Die Einsparung im Hinblick auf die Kraftstoffkosten ist enorm. Gegenüber einem Benziner liegt sie bei rund 49 Prozent Einsparung und sogar zum Diesel, der ja auch niedrige Kraftstoffkosten hat, sind es immer noch etwa 34 Prozent. Also das ist wirklich signifikant und interessant für den Kunden. Und last but not least: Die Produkte und die Tankstelleninfrastruktur sind verfügbar. Das heißt also: Ready to go!