Nürburgring: Volkswagen erfolgreich unterwegs

Nürburgring-Nordschleife – das 24 Stunden-Rennen in der „grünen Hölle“ fördert stets die komplette Bandbreite an Emotionen. Auch in diesem Jahr war dies keine Ausnahme. Nur das Ausbleiben von Wetterkapriolen in der Eifel sorgte für ein nahezu ungewohntes Szenario: Sonnenschein an beiden Renntagen und kein Regen in der Nacht. Auf dem 25,4 Kilometer langen Kurs ging es aber gewohnt umkämpft zu: 155 Fahrzeuge in 24 Klassen fuhren um Bestzeiten und Siege in der Gesamtwertung und in den unterschiedlichen Klassements. Der ultimativen Langstreckenherausforderung auf der Eifel-Achterbahn stellte sich auch ein komplett weiblich besetztes Team mit einem Golf GTI TCR.

Von den drei Fahrerinnen Carrie Schreiner, Ronja Assmann und Jasmin Preisig über die Teamchefin bis hin zu den Mechanikerinnen: Die „Girls Only“-Crew von WS Racing stellt ein rein mit Frauen besetztes Team. Das Fahrzeug der Wahl: Ein Golf GTI TCR mit der Startnummer 89. Die 20 Damen erlebten in der „grünen Hölle“ ein Wechselbad der Gefühle, zeigen aber sehr starken Einsatz: Selbst ein 14 Stunden andauernder Boxenstopp hält „Girls Only“ nicht davon ab, mit einem intakten Golf die finale Linie im Motodrom zu überqueren.

Rückblende: 23 Stunden zuvor schien der Mythos „grüne Hölle“ unbarmherzig zuzuschlagen: In den ersten vier Runden verursacht eine aufgewirbelte Schraube einen durchgeschlagenen Wasserkühler und in Folge einen kapitalen Motorschaden. Die Schweizer Pilotin Jasmin Preisig bringt den GTI gerade noch an die Box – nun beginnt ein Marathoneinsatz für die Mechanikerinnen. Nach mehr als einer Stunde folgt die bittere Gewissheit: Der Motor muss getauscht werden. In den Morgenstunden gehen die Girls zurück auf die Strecke. Die lange Zwangspause verhindert zwar eine gewertete Endplatzierung, das große Ziel aber, entgegen aller Widrigkeiten die Ziellinie zu überqueren, war geglückt.

Vor dem Start der 24 Stunden geht der Elektro-Rennwagen ID.R von Volkswagen auf eine Demo-Runde um die Nordschleife. Der ID.R und Pilot Romain Dumas kehren somit knapp drei Wochen nach ihrer Rekordjagd zurück an den Schauplatz ihres beeindruckenden Erfolges. Anfang Juni hatte Dumas am Steuer des rein elektrischen Sportwagens einen neuen Rundenrekord für E-Fahrzeuge auf dem Kurs der Nordschleife aufgestellt: Nur 6:05,336 Minuten hatte der blaue E-Rennwagen benötigt. „Es ist toll, dass wir diese internationale Bühne nutzen konnten, um den zahlreichen Fans zu präsentieren, wie emotional Fahrzeuge mit Elektroantrieb sein können“, sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. Toll, 230.000 Zuschauer waren am Rennwochenende in die Eifel gekommen.

Im Rahmen des 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring starteten auch die Tourenwagen des FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR mit insgesamt drei Saisonläufen. Hier setzen die teilnehmenden Golf GTI TCR die Höhepunkte: In zwei Rennen steht am Ende ein Volkswagen Pilot ganz oben auf dem Podium: Lokalmatador Benjamin Leuchter, einziger Deutscher im WTCR-Feld, sichert sich mit seinem Golf GTI TCR den Sieg im Hauptrennen. Tags zuvor hatte Leuchter im Qualifying die Bestzeit gefahren und die Pole Position erobert.

Beim „Race of Germany“ gewannen Johan Kristoffersson und Benjamin Leuchter vom Team Sébastien Loeb Racing in ihren Golf GTI TCR zwei der drei Läufe. Für die beiden WTCR-Neulinge war es der jeweils erste Sieg in der „Königsklasse“ des Tourenwagen-Rennsports. „Das war ein perfektes Wochenende für Volkswagen“, sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. „Die ersten beiden Siege der WTCR-Saison 2019 für den Golf GTI TCR sind eine tolle Bestätigung unserer harten Arbeit in den vergangenen Wochen. Dass nach Johan Kristoffersson zum Abschluss des Wochenendes auch Lokalmatador Benny Leuchter einen Lauf gewonnen hat, krönt die großartige Leistung des gesamten Teams.“ Leuchter war richtig happy: „Ich habe der Nordschleife so viel zu verdanken. Hier gegen die besten Tourenwagen-Piloten der Welt zu gewinnen, ist fantastisch.“ Die Rennen wurden im Rahmenprogramm des Langstrecken-Klassikers auf der 25,378 Kilometer langen Kombination aus moderner Grand-Prix-Strecke Nürburgring und historischer Nordschleife ausgetragen.