Biomethan ist für gasbetriebene SEAT-Modelle geeignet 

SEAT fährt mit Benzin, Diesel oder komprimiertem Erdgas (CNG). Nun gibt es einen weiteren Kraftstoff für Motoren, der sogar aus dem Abfalleimern kommt: Das Projekt „Life Methamorphosis“ hat sich zum Ziel gesetzt, mithilfe organische Abfälle in Biomethan umzuwandeln, das sich in konventionellen CNG-Motoren verbrennen lässt. Aus insgesamt 2,5 Millionen Kilogramm oder 2.500 Tonnen Müll kann man nur 40 Prozent recyceln.„Mit dem anfallenden Biomüll können wir genug Biomethan produzieren, um mit 10.000 Autos jedes Jahr eine Strecke von 15.000 Kilometern zurückzulegen“, betont SEAT-Ingenieur Andrew Shepherd, der das Projektleitet. Die organischen Abfälle aus den braunen Tonnen und die verwertbaren Abfälle aus den grauen Tonnen werden als Rohmaterialien verwendet. Anschließend wird daraus Biomethan hergestellt, das als Biokraftstoff genutzt werden kann.

Der Umwandlungsprozess beginnt, nachdem der Biomüll gesammelt und in 26 Meter hohe Faultürme eingefüllt wurde – deren Höhe einem achtgeschossigen Gebäude mit einem Fassungsvermögen von jeweils 4.500 Kubikmetern entspricht. Da die Faultürme keinen Sauerstoff enthalten, beginnt ein Zersetzungsprozess, bei dem Gase freigesetzt werden. Nach 30 Tagen ist Biogas mit einem Methangehalt von 65 Prozent entstanden. „Die Qualität dieses Biogases reicht noch nicht aus, um einen Gasmotor von SEAT anzutreiben, daher muss es raffiniert werden“, erläutert Shepherd. Da der Biomüll, der nicht umgewandelt werden konnte, als Düngemittel verwendet wird, können alle Inhaltsstoffe weiterverwertet werden. Das Biomethan ist nun zum Gebrauch in jedem gasbetriebenen Fahrzeug bereit. Das Auftanken an der Projekttankstelle dauert dabei weniger als drei Minuten. „Dieses Biomethan kann in das Gasversorgungsnetz eingespeist werden. Die chemische Zusammensetzung ist die gleiche, daher kann es direkt verwendet oder mit herkömmlichem Gas gemischt werden“, erläutert Shepherd.