Mehr als 1.000 Test-Kilometer gefahren 

In Vorbereitung auf den ersten Renneinsatz von Porsche in der Formel E haben Stammpilot Neel Jani sowie Test- und Entwicklungsfahrer Brendon Hartley ein umfangreiches Testprogramm absolviert. Auf dem 3.250 Meter langem „Circuit Calafat“ in Spanien haben sie mit dem Formel-E-Fahrzeug in drei Tagen mehr als 1.000 Kilometer zurückgelegt. Für die kommenden Monate stehen weitere Tests auf dem Programm. Das Porsche Formel E-Team tritt zur kommenden Saison 2019/2020 erstmals in der ABB FIA Formel-E-Meisterschaft an. „Ich ziehe eine sehr positive Bilanz, was die Testfahrten mit dem Porsche Formel-E-Fahrzeug in Calafat betrifft. Es ist von enormer Bedeutung, in der Testphase unseres Formel-E-Rennwagens viele Kilometer zu fahren und dabei Erfahrungswerte zu sammeln – vor allem aus technischer Sicht. Es waren sehr produktive Tage. Nun freue ich mich darauf, in den nächsten Monaten zusammen mit dem Team daran zu arbeiten, das Maximum aus dem Porsche Formel-E-Rennwagen herauszuholen“, sagt Porsche Werksfahrer Neel Jani. Porsche sieht positiv in die Zukunft: „Mit den gewonnenen Erkenntnissen werden wir bei der Entwicklung des Porsche Antriebsstrangs einen großen Schritt vorwärts machen. In dieser Phase der Vorbereitung steht vor allem die Zuverlässigkeit im Fokus, bevor wir uns zu einem späteren Zeitpunkt auf die Performance konzentrieren. Vor uns liegt noch eine Menge Arbeit, aber die Entwicklung verläuft absolut planmäßig“, erklärt  Malte Huneke, Technischer Projektleiter. 

Anfang März hatte Neel Jani auf dem Porsche-Testgelände in Weissach erste Kilometer im neuen Formel-E-Fahrzeug zurückgelegt – damit einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Werkseinstieg in die ABB FIA-Formel-E-Meisterschaft gesetzt. Die erste Ausfahrt mit dem neu entwickelten vollelektrischen Porsche-Antriebsstrang vor wenigen Wochen verlief ohne Zwischenfälle. Sie lieferte wertvolle Erkenntnisse, die den Motorsport-Ingenieuren dabei helfen, das Fahrzeug in den kommenden Monaten im Rahmen intensiver Tests auf den ersten Renneinsatz in der Formel E vorzubereiten. „Der neu entwickelte Porsche-Antriebsstrang für die Formel E hat seine Feuertaufe bestanden. Das ist ein wichtiger Tag für alle, die an diesem Projekt beteiligt sind. Vielen Dank an all diejenigen, die in den vergangenen Monaten viel Arbeit und Herzblut in die Konstruktion von Antriebsstrang und Fahrzeug gesteckt und diesen erfolgreichen Rollout möglich gemacht haben“, freute sich Fritz Enzinger, Leiter Porsche Motorsport. „Auf dem Weg zu unserem Werkseinstieg in die Formel E haben wir noch viel Arbeit vor uns, aber ein erster wichtiger Schritt ist nun getan. Jetzt werden wir mit voller Konzentration weiter daran arbeiten, uns mit den besonderen Herausforderungen der Formel E vertraut zu machen.“

Der Hintergrund zum Engagement in der Formel E 

Der Formel-E-Einstieg von Porsche ist als Teil weitreichender Veränderungen im Unternehmen abgestimmt: Parallel zum ersten rein elektrisch angetriebenen Rennwagen von Porsche erfolgt die Markteinführung des Taycan, des ersten Seriensportwagens der Marke, der seine Leistung ohne Verbrennungsmotor generiert. Porsche bricht mit Investitionen in Höhe von sechs Milliarden Euro ins elektrische und digitale Zeitalter auf. Allein im Zuge der Taycan-Einführung sollen 1.500 neue Arbeitsplätze. Di entstehen – und die „Produktion 4.0“ bedingt fundamental neue Prozesse und soll CO2-neutral erfolgen. Das Formel-E-Programm nimmt einen wichtigen Platz in der Zukunftsoffensive der Marke Porsche ein. Im Forschungs- und Entwicklungszentrum Weissach arbeiten Motorsport- und Serienexperten Hand in Hand. Zu den Früchten dieses Wissenstransfers zählt die 800-Volt-Technologie des Taycan, die große Reichweiten und kurze Ladezeiten mit einer beeindruckenden Leistungsausbeute kombinieren will. Die Hochspannungstechnologie fußt auf Pionierarbeit, die für den dreimaligen Le-Mans-Sieger 919 Hybrid geleistet wurde. Die Serienentwicklung hat hinsichtlich E-Antrieb, Batterie- und Kühlungsmanagement von den im Motorsport gemachten Erfahrungen gelernt. Auch in der Elektro-Rennserie stehen die Weiterentwicklung von Schlüsseltechnologien sowie das Energiemanagement im Mittelpunkt.

Mit Einführung des Gen2-Fahrzeugs und dank leistungsfähigerer Batterien entfallen in der Formel E ab dieser Saison 2018/2019 die Fahrzeugwechsel im Rennen. Während Chassis und Batterie für alle Teams vorgeschriebene Einheitsteile sind, entwickelt Porsche sämtliche Antriebskomponenten eigenständig. Zu diesen in Teilen serienrelevanten Elementen zählen Elektromotor, Umrichter, Getriebe, Differenzial, Antriebswellen, die tragende Struktur und die dazugehörigen Fahrwerksteile an der Hinterachse sowie Kühlsystem und Steuergerät.