DIE AUTOSEITEN geben einen Überblick über die verschiedenen Ladeanschlüsse

Immer mehr Autohersteller setzten auf Elektroautos oder Modelle mit Plug-in Hybrid – sie tauschen Zapfhahn gegen Stromstecker. Unter dem Label „IONITY“ bauen zudem Unternehmen wie BMW, Daimler, Ford und der Volkswagen Konzern gemeinsam die Ladeinfrastruktur in Deutschland weiter aus. Die Zukunft der Mobilität wird also immer mehr zur Gegenwart. Obwohl sich klare Tendenzen bei der Auswahl an Ladesteckern herausbilden, gibt es nach wie vor unterschiedliche Varianten.

Europäischer Standard: Der Typ 2-Ladestecker

Im europäischen Raum am häufigsten genutzt wird der sogenannte Typ 2-Stecker. Hersteller wie Audi, Mercedes-Benz oder Volkswagen statten ihre E-Autos mit einem Anschluss für die sieben Pins des Ladesteckers aus. Er leistet im 3-Phasen-Betrieb an öffentlichen Schnelladesäulen maximal 43 kW und wird umgangssprachlich auch als „Mennekes“- Stecker bezeichnet – Hintergrund dafür ist die Beteiligung der deutschen Firma Mennekes an der Entwicklung. Wie alle Varianten an öffentlichen Ladestationen verbindet ein Mode 3-Ladekabel das Auto mit der Säule. Er läuft mit Wechselstrom. Die Europäische Union hat diese Variante des Steckers nach einer EU-Norm-Verordnung 2014 zum europäischen Standard erklärt.

Die europäische Erweiterung: Der CCS-Stecker

 

Ein noch schnelleres Aufladen des Autos ermöglicht der CCS-Stecker. Dieser verfügt über zwei zusätzliche Pins und erreicht eine theoretische Ladeleistung von maximal 170 kW und das sowohl im Wechselstrom- als auch im Gleichstromnetz. Wer ein E-Auto mit diesem Anschluss besitzt, aber vor einer Ladesäule mit einem Typ 2-Stecker steht, der braucht sich zudem keine Sorgen machen: Der Anschluss ist auch mit diesem Stecker-Typ kompatibel, ein Adapter wird hier nicht benötigt.

Manche asiatischen Modelle laden anders: Der Typ 1-Ladestecker

Er ist seit bereits 10 Jahren auf dem Markt, hat eine maximale Ladeleitung von 7,4 kW und keine Möglichkeit der Verriegelung am Auto: Obwohl der Typ 1-Stecker einige Nachteile zum Typ 2 aufweist und Stück für Stück von diesem ersetzt wird, gibt es eine Reihe von asiatischen Modellen, die auf diese Variante setzten. Grund dafür ist das im amerikanischen, wie asiatischen Raum häufig genutzte Einphasen-Dreileiternetz, für das der Stecker ausgelegt ist. Dadurch kann die höhere Ladeleistung des dreiphasigen Stromnetzes in Deutschland aber nicht abgerufen werden. Doch keine Sorge: Häufig wird von den Herstellern ein Ladekabel mit Typ 1-Anschluss auf der einen und Typ 2-Stecker auf der anderen Seite mitgeliefert. 

Japanischer Schnellader: Der CHAdeMO-Stecker

Fahrzeughersteller, wie Kia, Mazda, Mitsubishi und Toyota setzten auf das System von der asiatischen Inselkette. Die Abkürzung des Anschlusses steht für „Charge de Move“. Der Schnelllader liefert Leistungen bis zu 150 kW, also etwas weniger als der CCS-Stecker weshalb er von diesem wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren verdrängt werden wird. Das liegt unter anderem daran, dass die Bundesregierung nur den Ausbau von CCS-Steckern in Deutschland fördert,Faktisch ist an öffentlichen Ladesäulen momentan jedoch noch eine Leistung von meistens knapp 50 kW abrufbar, weshalb man auch zu dieser Stecker-Variante mit gutem Gewissen greifen kann. Ladesäulen mit einer tatsächlichen Leistung von 150 kW sind in Planung.

Der Exot aus dem Silicon Valley: Teslas Supercharger

 

 Firmenchef Elon Musk geht gerne ungewöhnliche Wege und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass der Anschluss für die Elektroautos des Unternehmens Tesla einen eigenen modifizierten Typ 2-Ladestecker verwendet. Der erreicht eine Ladeleistung von bis zu 120 kW und lädt das Modell S innerhalb von nur einer halben Stunde um 80 Prozent auf. Mit einem Adapter können die amerikanischen Autos jedoch auch von dem CHAdeMO-Stecker und dem konventionellen Typ 2-Stecker geladen werden.

 

Der Allgegenwärtige: SchuKo-Stecker

Er findet sich in jedem Haus, jeder Garage und auch den meisten Gärten: Der klassische „SchuKo“ (Schutzkontakt-Stecker) – seine maximale Ladeleistung von 3,7 kW kann auf die Gefahr des Überhitzens hin nur kurzzeitig abgerufen werden. Um Kabelbrände zu vermeiden empfiehlt es sich nur maximal 2,3 kW aus dem heimischen Stromnetz zu beziehen. Zur Verbindung mit dem Auto wird ein sogenanntes Mode 2-Ladekabel verwendet, welches in unterschiedlichen Varianten zur Verfügung steht. So ist eine langsame Notladung des Autos möglich. Eine integrierte in-cable-control Box (kurz ICCB) ermöglicht dabei das Einstellen der Stromstärke vor dem Ladevorgang.

Der Oldie: CEE-Stecker

Dieser Stecker gehört zum Campingplatz, wie der Klappstuhl und ein Holzkohlegrill. Er ist für das gleiche Stromnetz ausgelegt, wie der SchuKo-Stecker, verträgt jedoch im Gegensatz zur Alltagssteckdose eine Dauerbelastung von 16 A und kann dadurch nicht nur Wohnmobile, sondern auch Elektroautos effektiver aufladen. Die rote Variante des CEE-Steckers besitzt sogar 3 Phasen, ist häufig in der eigenen Garage oder im Keller zu finden und kann eine Ladeleistung von 11 oder 22 kW erreichen – Modelle wie der Renault ZOE werden über diesen Stecker geladen. Der Anschluss von sogenannten Wallboxen, also kleinen Ladesäulen für Zuhause, wird zudem meistens über diesen Steckern oder über einen Starkstromanschluss für zum Beispiel den Herd gespeist.  

Völlig kabellos: Induktion als die mögliche Alternative

Weg mit dem Stecker und Kabel und hin zur Induktion – das ist eine der möglichen Lösungen für das unkomplizierte und schnelle Laden von Elektroautos. Einfach auf einer im Boden eingesetzte Platte parken und warten bis der Akku wieder voll ist. Was heute schon bei vielen Smartphone Modellen problemlos funktioniert, könnte auch das stressfreie elektrische Fahren (und Parken) einen guten Schritt nach vorne bringen. Erste Gehversuche wurden bereits unternommen, doch bis zur wirklichen Umsetzung wird es aller Wahrscheinlichkeit nach noch dauern. Man darf also gespannt sein was die Zukunft in dieser Hinsicht noch bringen wird.