Die Anschaffung eines Elektroautos lohnt sich aus unterschiedlichen Gründen

Autofahrer und Unternehmen, die sich ein Elektroauto anschaffen wollen, werden in Deutschland unterstützen – gefördert wird auch der private Ausbau des Ladenetzes. DIE AUTOSEITEN informiert wie man von der Bezuschussung profitieren kann.  

1,2 Milliarden Euro: So groß ist der Topf aus dem Unternehmen, Privatpersonen, gemeinnützige Organisationen und Gewerbetreibende schöpfen können, wenn sie sich für den Kauf eines Elektroautos entscheiden. Im Juni 2016 startete das Förderprogramm und wird voraussichtlich am 30. Juni 2019 beendet. Die Anschaffung eines Elektroautos lohnt sich bis dahin besonders, da sie zu 50 Prozent vom Bund und zu 50 Prozent von den Automobilherstellern attraktiv gefördert wird.

Bis zu 4.000 Euro werden zum Kauf eines Autos beigesteuert, gleiches gilt beim Kauf eines Elektrotransporters bis 4,25 Tonnen. Den Netto-Basis-Listenpreis von 60.000 Euro darf der Pkw dabei jedoch nicht überschreiten. Außerdem gibt es eine Liste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BAFA) auf der alle förderfähigen Autos aufgeführt sind.

Die aktuelle Liste finden Sie hier

Je nach Bundesland kommen weitere Fördergelder hinzu. So werden zum Beispiel Unternehmen noch einmal mit der gleichen Summe vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert, bekommen beim Kauf eines Elektro-Pkws also insgesamt eine Prämie von maximal 8.000 Euro. Kaufen sie sich einen Elektrotransporter, der zwischen 2,3 und 7,5 Tonnen wiegt, dann wird die Anschaffung mit bis zu 12.000 Euro unterstützt. Ganze 40 Millionen Euro will die Regierung von Nordrhein-Westfalen 2019 investieren. Startschuss für das Projekt war der 04. Februar 2019. Steuervorteile warten übrigens auch auf die Besitzer von Pkws mit Plug-in-Hybrid und Brennstoffzellen Antrieb. Die Fahrer profitieren von einer zehnjährigen Befreiung der Kfz.-Steuer. Dieses Angebot gilt bundesweit noch über das Ende der Fördergelder hinaus bis Dezember 2020.

Und so funktioniert die Unterstützung:

Wer sich beim Händler für den Kauf eines Elektroautos entscheidet, der bekommt entweder die volle Fördersumme direkt abgezogen oder der Fahrzeughersteller bezuschusst seine Hälfte der Summe beim Kauf. Die andere Hälfte muss dann über einen Förderantrag mit angehängtem Kauf- oder Leasingvertrag bei der BAFA beantragt werden.

Grundvoraussetzung ist eine Erstzulassung des Pkws in Deutschland und eine Dauer der Zulassung von mindestens sechs Monaten. Spätestens neuen Monate nach Erhalt des Zuwendungsbescheids muß die Zulassungen des neuen Elektroautos erfolgen und beide Teile der Bescheinigung hochgeladen werden. Höchstens zehn Monate dürfen zwischen dem Eingang des Zuwendungsbescheids und dem Zugang des Verwendungsnachweises bei der BAFA vergehen – sind diese Voraussetzungen gegeben, erfolgt die Überweisung der Förderung auf das Konto des Autobesitzers. Auch wer über die Anschaffung eines Autos mit Plug-in Hybrid nachdenkt, profitiert von der staatlichen Förderung: Bis zu 3.000 Euro warten auf Käufer von Fahrzeugen mit dem kombinierten Antrieb (Verbrenner und Elektromotor), sie bekommen ebenfalls eine zehnjährige Befreiung von der Kfz.-Steuer.

Beantragt werden kann die Förderung hier

Gemeinsam die Ladeinfrastruktur ausbauen

Neben einer stetigen Steigerung der Verkäufe von Elektroautos, sind einige Bundesländer auch sehr an der Erweiterung der Ladeinfrastruktur interessiert und fördern diese mit vierstelligen Beträgen. Eine gemeinnützige Neuanschaffung, die sich lohnt: Wer als Unternehmen, Kommune, freiberuflich Tätiger oder Privatperson in Nordrhein-Westfalen eine öffentliche Ladestation installieren lässt, der wird durch das „Sofortprogramm Elektromobilität“ mit bis zu 5000 Euro vom Land gefördert.

Nicht öffentliche Ladestationen werden vom gleichen Programm mit bis zu 1000 Euro bezuschusst. Die Ladepunkte müssen über eine Leistung von 11 – 22 kW erbringen und ihre Installation und Prüfung von einem Elektriker durchgeführt werden. Gestellt werden kann der Antrag bis zum 30.09.2023. Vorsicht: Zuerst installieren und anschließend fördern lassen, funktioniert übrigens nicht – erst wenn über den Antrag entschieden wurde, darf mit dem Bau der Ladesäule begonnen werden. Eine Übersicht  aller Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen und Wissenswertes  rund um das Thema Elektromobilität wird auf folgender Webseite dargestellt: https://www.elektromobilitaet.nrw.de/  

Andere Bundesländer wie Hessen setzten sich ebenfalls für eine breitflächigere Infrastruktur ein: Unternehmen und Organisationen erhalten einen Zuschuss von bis zu 40 Prozent der Investitionskosten. Länder, wie der Freistaat Bayern und Schleswig-Holstein verfolgen die gleiche Strategie.