Neue Produkte für den urbanen Kurzstreckenverkehr

 Der Ausbau der Elektromobilität verändert die Gesellschaft – und er gehörte zu den beherrschenden Themen auf dem diesjährigen Genfer Automobil-Salon. Schon zum Auftakt des Branchentreffs in der Schweiz hatte Vorstandsvorsitzender Herbert Diess klar gemacht, dass Volkswagen vom Erfolg der E-Mobilität überzeugt ist. „Wir stehen vor einem grundlegenden Systemwechsel, bei dem es darauf ankommt, alle Kräfte auf ein Ziel auszurichten“, sagt er. „Bis 2025 wird jedes vierte Auto aus dem Konzern ein sauberer Stromer sein.“ Mit dem kompakten Volkswagen ID. geht das erste Elektroauto einer neuen Generation noch in diesem Jahr an den Start.

 Aber nicht nur neue E-Modelle ziehen das Interesse an. Nach den Fahrzeugen gehören Ladesäulen und Wallboxen zu den beliebtesten Exponaten. „Haben Sie Platz?“, fragt etwa ein Schweizer Anbieter die Besucher. Wer Ja sagt, kann auf eine kostenlose Ladestation vor seinem Restaurant oder Supermarkt hoffen. Auch IONITY informiert über sein Schnellladenetz entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen. 400 Ladeparks errichtet das Gemeinschaftsunternehmen mehrerer Autohersteller bis 2020, damit E-Auto-Fahrer auf langen Strecken schnell zusätzliche Reichweite bekommen.

 Die Volkswagen Konzern Komponente zeigt ihre mobile Schnellladesäule. Elektro – das heißt auch: Mikromobilität auf zwei oder vier Rädern. Skoda beispielsweise hat mit dem „Klement“ ein E-Rad für den Stadtverkehr entwickelt. Die Idee: Wendige Fahrzeuge sollen in dicht besiedelten Metropolen beispielsweise die tägliche Fahrt zur Arbeit erleichtern. Mit einem Radnabenmotor am Hinterrad erreicht die Studie bis zu 45 km/h. Zwei Lithium-Ionen-Batterien genügen für eine Reichweite von bis zu 62 Kilometern. Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigt mit dem Cargo e-Bike ein elektrisches Lastenrad, das inklusive Fahrer bis zu 210 Kilogramm transportieren kann.

 Für städtische Mikromobilität auf vier Rädern steht der SEAT Minimó: der Elektro-Zweisitzer beansprucht nicht einmal halb so viel Platz wie ein herkömmliches Auto und passt in jede Parklücke. Die Batterie lässt sich einfach tauschen. Nach einem kurzen Stopp steht damit wieder die volle Reichweite von 100 km zur Verfügung, ohne dass das Fahrzeug zu einer Ladestation gebracht werden muss. Hintergrund: Einen großen Kostenvorteil bietet dies gerade für Carsharing-Unternehmen. Luca de Meo, Vorstandsvorsitzender von SEAT, sagt, „dass Mikromobilität, also kurze Strecken unter zehn Kilometern, bereits heute einen Anteil von etwa 60 Prozent an allen mit dem Auto zurückgelegten Strecken hat. Damit existiert schon heute ein enormes Geschäftspotenzial für Anbieter von Mikromobilitätslösungen. Unser Ziel ist es, neue Ideen und Produkte zu entwickeln, die auf diese Kurzstrecken ausgerichtet sind. Unsere Lösungen und Produkte werden von allen Marken des Volkswagen Konzerns auf der ganzen Welt genutzt.“

Bei der Entwicklung des Minimó wurden die Vorteile zweier Welten kombiniert: die Sicherheit und der Komfort eines Autos mit der Agilität und dem geringen Platzbedarf beim Parken eines Motorrads. In dem vollelektrischen Konzeptfahrzeug haben zwei Passagiere Platz. Dank des integrierten Akkuaustauschsystems ist das Fahrzeug bereits innerhalb weniger Minuten wieder voll aufgeladen und hat eine Reichweite von mehr als 100 km. Da diese Autos nicht zu Ladestationen gebracht werden müssen, bedeutet dieses innovative Konzept für die Anbieter von Carsharing-Services, dass sie ihre Betriebskosten effektiv um 50 Prozent senken können.

 Mit einer Länge von 2,50 Meter und einer Breite von 1,20 Meter nimmt dieses Auto nur 3,1 Quadratmeter in Anspruch. Im Vergleich zu einem normalen Auto mit einer Grundfläche von 7,2 Quadratmetern hat es somit einen erheblich kleineren Platzbedarf. Der SEAT Minimó kann in den für Motorräder vorgesehenen Bereichen geparkt werden und auf einer Fahrspur würden zwei Modelle nebeneinander denselben Platz beanspruchen wie ein durchschnittliches Auto.

 „Der Minimó ist ein hypervernetztes Fahrzeug mit eingebauter 5G-Technologie, die eine bequeme und einfachere Bedienung über den ‚Digital Access‘-Schlüssel und des drahtlosen Android Auto™ Systems bietet, ohne dass die Benutzer ihr Smartphone mit einem Kabel verbinden müssen. Neben anderen Funktionen erkennt das Fahrzeug, ob der Fahrer 16 oder 18 Jahre alt ist, um seine Geschwindigkeit beispielsweise auf maximal 45 oder 90 km/h anzupassen. Darüber hinaus müssen Benutzer dank Google Assistant für Android Auto™ ihren Blick nicht von der Straße und ihre Hände nicht vom Lenkrad nehmen, sondern können über Sprachbefehle Multimedia-, Message- oder Organizer-Funktionen steuern”, erklärte Luca de Meo.