Volkswagen-Chef Herbert Diess: „Alle Kräfte auf ein Ziel auszurichten“

Der Volkswagen Konzern will die Elektromobilität alltagstauglich und Millionen Menschen zugänglich machen. „Unsere Aufgabe ist es, die individuelle Mobilität auch in Zukunft zu erhalten“, sagte Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, anlässlich des Genfer Automobil-Salons. Der Volkswagen Konzern hat ein klares Zeichen für Elektromobilität und Klimaschutz gesetzt. „Elektrofahrzeuge seien die beste und effizienteste Wahl, um CO2-Emissionen im Straßenverkehr einzusparen und Mobilität im Zusammenspiel mit sauberem Strom auf lange Sicht völlig emissionsfrei zu machen“, sagte Diess und erläutert weiter, „wir stehen vor einem grundlegenden Systemwechsel, bei dem es darauf ankommt, alle Kräfte auf ein Ziel auszurichten.“ Volkswagen setze so konsequent wie kein anderer traditioneller Hersteller auf Elektromobilität, betonte der Vorstandschef – mehr als 30 Milliarden Euro investiert das Unternehmen in seine E-Offensive. Bis 2025 bringt der Konzern mehr als 50 neue Elektrofahrzeuge auf den Markt – darunter zahlreiche Modelle, die auf dem neuen Modularen Antriebs-Baukasten (MEB) basieren. Mit der neuen Plattform, speziell für E-Autos entwickelt, soll sich die Elektromobilität in der Breite durchsetzen.

In einer ersten Welle werden 15 Millionen Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat auf dem MEB beruhen. Der Vorteil der großen Stückzahl: Je mehr Autos auf der Elektro-Plattform gebaut werden, desto günstiger werden sie. „Bei Volkswagen nennen wir das Elektroautos für Millionen, nicht für Millionäre“, sagte Diess. „Unsere Aufgabe ist es, die individuelle Mobilität für unsere Gesellschaft auch in Zukunft zu erhalten.“ Weil der MEB ausschließlich für Elektroautos entwickelt wurde, kann er die technischen

Möglichkeiten der E-Mobilität bei Reichweite, Platz und digitalen Services optimal ausschöpfen. Zudem bietet die Plattform hohe Flexibilität: Ein kleiner Stadtwagen lässt sich damit ebenso wirtschaftlich umsetzen wie große Limousinen. Damit hat der MEB das Potenzial, zum Standard der E-Mobilität zu werden.

Kooperation mit dem jungen Unternehmen e.Go

Volkswagen hat sich entschieden, seinen wichtigsten E-Baukasten für Drittanbieter zu öffnen. „So erhöhen wir die Skalen, senken die Kosten und bringen die E-Mobilität noch schneller in die Breite“, sagte Diess. Als ersten externen Partner stellte Diess in Genf Prof. Günther Schuh mit seinem Unternehmen e.GO vor. Schuh wird den MEB als Basis für ein gemeinsames Fahrzeugprojekt für eine Kleinserie nutzen. Der Mitgründer von StreetScooter hat gegen große Widerstände den ersten Elektro-Lasttransporter der Welt auf die Straße gebracht. Mit dem 2015 gegründeten Unternehmen e.Go setzt Schuh nun auf Elektromobile für den Stadtverkehr. Eine Zusammenarbeit mit Volkswagen bedeute für e.Go eine Riesenchance, weil sie das Beste aus zwei Welten kombiniere, so Schuh. Auf der einen Seite ein globales Produktionsnetzwerk und Expertise bei der Großserien-Fertigung, auf der anderen Seite die Agilität des jungen Unternehmens e.GO. Das seien gute Voraussetzungen, um das Elektroauto zum Durchbruch zu bringen.

Herbert Diess machte deutlich, dass Volkswagen vom Erfolg der Elektromobilität überzeugt ist. „Bis 2025 wird jedes vierte Auto aus dem Konzern ein sauberer Stromer sein“, sagte er. Bereits bis 2022 bereitet das Unternehmen 18 Standorte auf drei Kontinenten auf die Produktion von Elektrofahrzeugen vor. Die neue Konzern-Tochter Elli (Electric Life) wird zudem mit Ladelösungen dazu beitragen, dass die Elektromobilität für viele Menschen alltagstauglich wird. Erstes Produkt von Elli ist CO2-freier Volkswagen Naturstrom. Auch in der Herstellung übernimmt Volkswagen Verantwortung für den Klimaschutz. Den kompakten ID., der in Zwickau gefertigt wird, übergibt das Unternehmen als bilanziell CO2-neutrales Auto an die Kunden – möglich wird das durch hohe Energieeffizienz und die Nutzung von Grünstrom in der Herstellungsphase einschließlich der Lieferkette.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Prof. Günther Schuh, Chef von e.GO im ID. Buggy