Die Saison 2018/19 ist gestartet – Weltweit zwölf Veranstaltungen

Nach einer fünfmonatigen Pause ist die Formel E seit Mitte Dezember 2018 zurück auf der Rennstrecke: In Ad Diriyah, vor den Toren der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, ist die fünfte Saison 2018/19 der rein elektrischen Rennserie gestartet. Die „ABB FIA Formel E“ umfasst weltweit insgesamt zwölf Veranstaltung – am 25. Mai in Berlin und am 22. Juni in Bern. Die attraktive Rennserie tritt zunehmend aus dem Schatten der Formel 1 hervor – ist die Formel E, die wahre Königsklasse der Zukunft? „Die Formel E ist nicht nur eine innovative und spektakuläre Rennserie, die sich mit einem vollkommen neuen Nachhaltigkeits- und Eventansatz innerhalb weniger Jahre als eine der Top-Rennserien weltweit etabliert hat“, sagte Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung und Motorsport, während der Präsentation des BMW iFE.18. „Für BMW ist sie zugleich ein perfektes Versuchslabor für die Serienentwicklung. Der Technologietransfer zwischen Motorsport und Serienproduktion ist sehr intensiv. Der Antriebsstrang des Rennfahrzeugs profitiert von unserer Erfahrung aus der Serie. Gleichzeitig fließen die Erkenntnisse aus der Formel E direkt in die Entwicklung zukünftiger Serienantriebe zurück.“

In diesem Jahr hat die vollelektrische Rennserie viele Neuerungen an Bord – allen voran das spektakuläre Gen2-Rennfahrzeug, das mit seinen innovativen Technologien erstmals Formel-E-Rennen ohne Fahrzeugwechsel ermöglicht. In der neuen Saison beträgt die Renndistanz, bisher durch Runden definiert, immer 45 Minuten plus eine Runde. Die Leistung im Rennmodus steigt von 245 PS (180 kW) auf 272 PS (200 kW). Der Auftakt im saudi-arabischen Ad Diriyah markierte den Beginn einer neuen Ära in der Formel E. Positive Änderung, Dank der größeren Batteriekapazität der neuen Generation fällt der bisher obligatorische Autowechsel zur Rennmitte weg. Trotzdem bleibt es weiterhin spannend, mit dem sogenannten „Attack Mode“: Passiert der Fahrer die Aktivierungszone auf der Strecke, erhöht sich die Leistung seines Autos im „Attack Mode“ kurzzeitig auf 225 kW (306 PS). Herausforderung für die Strategen: Die Anzahl der Aktivierungen und deren Dauer legt die FIA für jedes Rennen individuell fest und gibt diese erst kurz vor dem Rennstart bekannt.

Enge Verbindung geknüpft

Erkenntnisse aus der Formel E fließen zurück in die Entwicklung zukünftiger Serienantriebe

Wie eng Serienproduktion der Automobil-Hersteller und die Motorsport-Abteilung zusammen arbeiten, zeigt das Beispiel BMW Group – im BMW iFE.18 fließen die Innovationskraft und die technologische Expertise von BMW Motorsport und BMW i zusammen. Unter Einsatz des Wissens und der Erfahrungen der BMW i Ingenieure aus der Serie entstand der Antriebsstrang des neuen Formel-E-Rennwagens. Dabei wurden zum Teil dieselben Produktionsstätten genutzt wie beim BMW i3. Die Zusammenarbeit von Rennsport- und Serienabteilung funktioniert als effizienter Kreislauf: Die Erkenntnisse aus der Formel E fließen direkt zurück in die Entwicklung zukünftiger Serienantriebe kommender BMW i Modelle.

„Das Know-how von BMW liegt beim BMW iFE.18 vor allem im Herzstück des Fahrzeugs, dem Antriebsstrang“, sagt BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. „Wir haben den Serien-Ingenieuren gesagt: Legt alle Überlegungen ab, die ihr normalerweise in der Entwicklung habt, und denkt einmal nur an die Performance, die höchste Effizienz, das geringste Gewicht. Wenn wir diesen Punkt erreicht haben, machen wir uns Gedanken, wie wir das in die Serienproduktion integrieren können. Unsere BMW Motorsport Ingenieure haben die Hinterachse inklusive Aufhängung konstruiert und mussten den Antriebsstrang in den hinteren Teil des Fahrzeugs integrieren. Die Erkenntnisse, die wir in diesem harten Wettbewerbsumfeld gewinnen, fließen dann wieder direkt zurück in die Serienentwicklung. Für uns ist das die perfekte Umsetzung unseres Credos: von der Rennstrecke auf die Straße.“

Der Rennsport ermöglicht die Erprobung neuer Materialien, Technologien und Arbeitsweisen unter extremen Bedingungen und ohne Rücksicht auf limitierende Faktoren. So bildet der Technologietransfer zwischen Motorsport und Serienentwicklung einen Kreislauf und wird dadurch beim Formel-E-Projekt so intensiv wie noch nie zuvor in der Geschichte der BMW Group.

Insbesondere die Tatsache, dass die BMW Group auch die fünfte Generation ihrer Elektroantriebe wieder selbst entwickelt und dadurch eine Infrastruktur für Fertigung und Entwicklung geschaffen hat, bietet für das Formel-E-Projekt große Vorteile. Diese Entwicklungsfabrik macht es möglich, innerhalb kürzester Zeit speziell auf den Motorsport zugeschnittene technologische Lösungen zu liefern. Im konkreten Fall der Formel E wurden zum Beispiel Dutzende Entwicklungs-Varianten quasi über Nacht rechnerisch und per Simulation generiert, aus denen die Ingenieure zielgenau die perfekt für das Projekt passende Lösung auswählen konnten.