Dr. Wolfgang Porsche erklärt den Mythos Porsche:

„Der Wesenskern ist gleich geblieben“

Auf dem Schüttgut im österreichischen Zell am See haben die Familien Porsche und Piëch ihren Stammsitz. Die jüngste Generation des Elfers trifft dort auf seinen Ur-Ahnen, einen 911 von 1964, während Dr. Wolfgang Porsche den Mythos Porsche erklärt. 

In den nächsten zehn Jahren wird sich die automobile Welt mehr wandeln als in den vergangenen 100. Für Porsche heißt das: Wir wachsen in Regionen, die man sich vor wenigen Jahren noch nicht hat vorstellen können. Die digitale Transformation bestimmt das Denken. Junge, andersdenkende, anders gepolte Menschen verändern unser Mindset. Was erwarten unsere Kunden jetzt und zukünftig vom Auto, von der Mobilität generell? Die Antwort lautet: Alles muss neu gedacht werden. Es ist zwar nicht notwendig, das Rad neu zu erfinden. Doch alles andere schon. Wichtig ist für ein Unternehmen wie Porsche auch, stets vom Kunden her zu denken. Wir müssen an unsere Kunden heranrücken – so nah wie möglich. Für alle Autos, alle Dienstleistungen der Zukunft gibt es nur einen Maßstab: den Kunden.

Porsche muss sich dem globalen Innovationswettbewerb offensiv stellen. Dazu braucht es vor allem eines: Mut – den Mut zur Veränderung genauso wie den Mut, sich seinen eigenen Weg in die Zukunft zu bahnen. Denn gerade in extrem volatilen Zeiten wie diesen ist es wichtig, ein klares, unverwechselbares Profil zu zeigen. Aber wie kann eine Marke authentisch und einzigartig bleiben, wenn sie sich permanent einem Umfeld anpassen muss, das sich in einem rasanten Tempo verändert? Wie ist Erneuerung möglich ohne Verlust der eigenen Identität?

Was ist eigentlich der echte 911? Der Ur-Elfer von 1963? Der einmillionste Elfer, der Mitte 2017 in Zuffenhausen vom Band gelaufen ist? Oder der jüngste Elfer, der Ende November 2018 in Los Angeles seine Weltpremiere gefeiert hat? Natürlich haben wir den 911 über die Jahre hinweg konsequent weiterentwickelt und immer wieder mit neuen, innovativen Technologien ausgestattet. Kein einziges Teil des heutigen Elfers ist noch mit seinem Pendant aus den 1960er-Jahren identisch. Doch der Wesenskern unserer Sportwagen-Ikone ist gleich geblieben, seit mehr als 50 Jahren.

Es sind eben nicht die technischen Details, die die Identität eines 911 ausmachen. Entscheidend ist, dass eine Sache ihrem Wesen nach authentisch bleibt. Und ich kenne kein Auto, das trotz aller Veränderungen von Technik und Zeitgeist in seinem Wesen so unverändert blieb wie der 911.

Das gilt auch für unsere Marke und unser Unternehmen: Um uns herum erleben wir einen rasanten Wandel. Unsere Kunden verändern ihre Ansprüche an unsere Sportwagen und an die Mobilität generell. Das müssen wir selbstverständlich antizipieren und in neue, zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen umsetzen. Doch hören wir deshalb auf, wir selbst, Porsche zu sein? Nein, denn die Essenz unserer Marke hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind und morgen sein werden. Unsere unteilbare, klar identifizierbare Identität bleibt auch dann bestehen, wenn sich um uns herum alles verändert. Erfolgreich innovativ zu sein heißt, alles immer wieder radikal infrage zu stellen, ohne dabei die bewährte Struktur, seine Grundeigenschaften, seine Identität zu verlieren. Wenn es etwas gibt, was wir bei Porsche besonders gut können müssen, dann ist es das. Ob elektrisch oder konventionell angetrieben, ob purer Fahrspaß auf der Rennstrecke oder vernetzte, automatisierte Fortbewegung in der Stadt, ob Sportwagenhersteller oder Anbieter von innovativen Services – Porsche bleibt immer Porsche.