Europaweites Netzwerk: Strom bequem laden

Das E-Auto vermittelt immer noch gewisse Skepsis – das Horrorszenario: auf einer längeren Fahrt liegen zu bleiben, weit entfernt von der nächsten Ladestation. Dabei sind diese Sorgen schon heute unbegründet und lassen sich in vielen Fällen schnell entkräften. So beträgt etwa die durchschnittliche Tagestrecke eines Pendlers in Deutschland rund 35 Kilometer. Das bedeutet, dass ein solcher Durchschnitts-Pendler mit einem Fahrzeug, das heute eine Reichweite von 200 km hat, nur etwa einmal in der Woche aufladen muss. Wann das Auto also das nächste Mal über Nacht an der heimischen Steckdose oder tagsüber während der Arbeitszeit an der Ladesäule im Betrieb aufgeladen wird, lässt sich einfach planen. Abgesehen von den vielen Vorteilen moderner E-Autos genügen 300 km Reichweite statistisch gesehen, die am Stück gefahren werden.

Im Durchschnitt pendelt ein Autofahrer nämlich nur rund 25 km zur Arbeitsstelle – das sind 50 km am Tag. Für die Langstrecke baut das von BMW, Daimler und Volkswagen mitgegründete Unternehmen IONITY derzeit ein europaweites Netzwerk an Schnellladestationen auf, sogenannte HPC-Stationen (High Power Charging), die eine Ladeleistung von bis zu 350 kW bieten. Bis 2020 sollen 400 Stationen in ganz Europa entstehen, mit jeweils zwei bis zwölf Ladesäulen, der Großteil davon direkt auch an Autobahn-Raststätten. Wer sein Auto nicht nur für die tägliche Pendelstrecke, sondern auch für den Urlaub braucht, dürfte an den großen Fernstraßen in Mitteleuropa passende Schnell-Ladesäulen finden – Kaffee- und Toiletten-Pausen sind bei längeren Fahrten sowieso ein Teil der Reisezeit.