Vor Marktstart der neuen 911-Generation wurden über drei Millionen Test-Kilometer abgespult

Endspurt für den neuen Porsche 911: Die achte Generation des Sportwagen-Klassikers steht in den Startlöchern, die Weltpremiere feiert der Sportwagen Ende November auf der Auto Show in Los Angeles – Markteinführung ist Anfang 2019. Doch davor geben die Prototypen nochmal richtig Gas, spulen finale Erprobungsprogramme ab – für die neuen Sportwagen bedeutet dies Stress pur. Sie pendeln zwischen Klimazonen mit einem Temperaturunterschied von bis zu 85 Grad Celsius. Sie sprinten über Höhendifferenzen von mehr als vier Kilometern. Sie quälen sich durch Großstadt-Staus und stellen neue Bestwerte auf den Rennstrecken auf. Und am Ende muss jedes System noch genauso zuverlässig funktionieren wie am Anfang.

„Der 911 zeichnet sich neben seiner hervorragenden Performance schon immer auch durch seine Alltagstauglichkeit aus” sagt Andreas Pröbstle, Projektleiter Gesamtfahrzeug 911. „Deswegen testen wir ein Fahrzeug unter allen Bedingungen, bei allen Wetterlagen, in allen Regionen. Die Antriebe müssen ebenso einwandfrei funktionieren wie die Flüssigkeiten, sämtliche Systeme und Bedienungsabläufe sowie Anzeigen und Displays. Nur so können wir sicher sein, dass das Fahrzeug in allen Regionen dieser Welt störungsfrei bewegt werden kann.“

Im Fokus der Erprobungen standen dabei die klassischen Porsche-Kernkompetenzen wie Fahrwerk und Motor mit der nochmals vergrößerten Spreizung zwischen Performance und Alltagstauglichkeit. Dazu kommen Funktionstests und Belastungsproben des komplett neuen Bedienkonzepts samt Instrumenten und Displays. Den Herausforderungen des harten Erprobungsmarathons müssen sich auch die neuen Assistenzsysteme und die erweiterte Connectivity stellen. Die Erprobung der Bedienung und Funktionen von Porsche Connect erfordern aufgrund der unterschiedlichen Ländervarianten einen erheblichen Aufwand.

In Heißländern wie den Golfstaaten im Mittleren Osten oder im Death Valley in den USA müssen bei Temperaturen bis 50 Grad Celsius unter anderem die Klimatisierung, das Thermomanagement und das Verbrennungsverhalten Funktionsprüfungen über sich ergehen lassen. Das Interieur darf sich zum Beispiel in der Hitze nicht verziehen und daraus resultierende Geräusche abgeben. Im minus 35 Grad kalten Finnland stehen Stichworte wie Kaltstart, Heizung und Klimatisierung, Traktion, Handling und Bremsverhalten sowie Reaktionsschnelligkeit der Fahrdynamik-Regelsysteme auf dem Testkalender.

In Deutschland gehört der Nürburgring traditionell zum Porsche-Testprogramm. Motor, Getriebe, Bremsen und Fahrwerk mussten in der Eifel ihre Feuertaufe bestehen. In Italien umrundeten die Versuchswagen den Hochgeschwindigkeitskurs von Nardò, wo es nicht nur um Höchst-Tempo, sondern auch um Kühlung und Handling ging.

Am Ende der Erprobung summieren sich die zurückgelegten Strecken auf rund drei Millionen Kilometer. Weniger spektakulär aber genauso wichtig ist die kundennahe Alltags-Erprobung im öffentlichen Straßenverkehr – in der Stadt und über Land in ganz Deutschland. Auch dabei werden unter Einhaltung aller Verkehrsregeln erhebliche Laufleistungen abgespult, um Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit des Gesamtfahrzeugs und seiner Systeme sicherzustellen, damit auch die achte Generation der Sportwagen-Ikone 911 wieder den Anforderungen der Kundschaft gerecht wird.