Neuer Tarraco läuft in Wolfsburg vom Band

Erstmals seit knapp 20 Jahren läuft in Wolfsburg wieder ein Auto einer Konzerntochter vom Band: der SEAT Tarraco. Entwickelt in Martorell und designt in Barcelona nutzt das spanische SUV Synergien der Produktionsplattform MQB (Modularer Querbaukasten). In Wolfsburg läuft der Spanier gemeinsam mit den Volkswagen Modellen Tiguan und Touran vom Band. Der Schritt zur Mehr-Marken-Produktion stärkt die Auslastung des Volkswagen Stammwerks. Die Fertigung des Tarraco in Wolfsburg ist Bestandteil des Zukunftspakts, den Unternehmen und Betriebsrat Ende 2016 geschlossen haben. Diese Vereinbarung ist ein entscheidender Schritt, um die Wirtschaftlichkeit der Marke Volkswagen zu verbessern.

„Ein kompetentes weltweit führendes Produktionsnetzwerk ist markenübergreifend einer der größten Stellhebel zu mehr Effizienz. Der SEAT Tarraco ist ein Beispiel dafür, wie im konzernweiten Produktionsverbund künftig mehr Standorte Fahrzeuge verschiedener Marken gleichzeitig bauen werden“, sagt Volkswagen Produktionsvorstand Dr. Andreas Tostmann und Dr. Matthias Rabe, SEAT Entwicklungsvorstand ergänzt weiter, „das Auto wurde vollständig designed und entwickelt von SEAT in Spanien und dann von einer wirklich begeisterten Mannschaft hier in Wolfsburg gemeinsam zur Serienreife gebracht – und das in kürzester Zeit. Dies stärkt die ohnehin sehr enge Verbindung zwischen SEAT und Volkswagen noch weiter.“

SEAT ist das einzige Unternehmen in Spanien mit der Fähigkeit zu Design, Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Automobilen. Die Multinationale gehört zum Volkswagen Konzern, hat ihren Unternehmensstandort in Martorell nahe Barcelona und exportiert 80 Prozent ihrer Fahrzeuge in mehr als 80 Länder auf allen fünf Kontinenten.

Jetzt vervollständigt SEAT mit dem neuen großen Tarraco seine SUV-Familie, zu denen auch die Modelle Ateca und Arona gehören. „SEAT erlebt die größte Produktoffensive seiner jüngeren Unternehmensgeschichte. Die Einführung des SEAT Tarraco, unseres ersten großen SUV, ist Teil unserer 3,3 Milliarden Euro umfassenden Investition in unser Fahrzeugangebot und damit in die Zukunft des Unternehmens“, erklärt Luca de Meo, Vorstandsvorsitzender von SEAT. „Er rundet unser SUV-Angebot nach oben ab – so kann SEAT mit seiner Modellpalette den Bedürfnissen aller Käufergruppen gerecht werden.“

Das Volkswagen Stammwerk in Wolfsburg produziert insgesamt bereits zum fünften Mal ein Modell einer anderen Konzernmarke. Mit dem SEAT Arosa lief von Ende 1996 bis 1998 bereits ein Modell der spanischen Konzerntochter in Wolfsburg vom Band. Dort wurde außerdem von 1974 bis 1978 den Audi 50, zwischen 1994 und 1998 den Audi 80 und von 1993 bis 1997 den Audi 100 gefertigt. Der Audi 50 war weitgehend baugleich mit dem Polo, der ab 1975 in Wolfsburg von den Bändern lief und jetzt in Pamplona in Spanien produziert wird. Der Audi 50 und der Polo waren die ersten deutschen Kleinwagen mit quer eingebautem Motor und Frontantrieb.