Prüfzyklus WLTP: Umstellung ist eine große Herausforderung

Die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) stellt Volkswagen wie die gesamte Automobilbranche vor große Herausforderungen. Das Unternehmen rechnet aber damit, die Aufgaben ohne größere Einschränkungen für die Kunden zu bewältigen. „Unsere Kunden können vom 1. September an durchgängig unsere beliebtesten Modelle bestellen“, sagte Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing Deutschland. Bereits jetzt liegen die WLTP-Zertifizierungen für Varianten der Modelle up!, Polo, T-Roc, Passat Limousine, Passat Variant, Arteon und Touareg vor. „Weitere Modelle wie zum Beispiel unser Bestseller Golf und entsprechende Varianten stehen kurz vor der Freigabe und werden in den nächsten Tagen und Wochen sukzessive folgen“, kündigte Zahn an.

Bis Ende September erwartet das Unternehmen zahlreiche Freigaben für volumenstarke Varianten. „Damit decken wir den Großteil der Modelle ab, die die Kunden am meisten nachfragen.“ In rund drei Monaten wird das Unternehmen wieder sehr nah an der vollen Verfügbarkeit der Modell-Palette sein. Zahn machte deutlich, dass die Kunden der Marke Volkswagen vertrauen: „Wir haben gute Auftragseingänge auf Normalniveau. Und auch über die Hotlines erreichen uns nur wenige Anfragen zu WLTP.“ Dies sei auch durch den hohen Einsatz der Handelspartner gelungen. Bis Ende Juli hat die Marke Volkswagen in Deutschland ein deutliches Plus von mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht.

 

Dennoch: Tendenziell würden sich die Lieferzeiten durch die Umstellung auf WLTP verlängern, sagte Zahn. Dies hänge im Einzelfall vom genauen Bestellzeitpunkt und der Freigabe für die jeweilige Motor-Getriebe-Variante ab. Liegt die WLTP-Freigabe bereits vor, ergeben sich keinerlei Auswirkungen. In anderen Fällen können sich die Lieferzeiten um einige Wochen und Monate verlängern. Hintergrund ist der deutlich höhere Prüfaufwand im Vergleich zum bisherigen NEFZ-Verfahren. „Bei Volkswagen kommt hinzu, dass dieselben Teams, die sich um die WLTP-Umstellung kümmern auch an der Entwicklung der Diesel-Updates beteiligt waren und sind“, erläutert Zahn. Das binde große Kapazitäten. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen in Deutschland knapp 2,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge umgerüstet. Trotz Drei-Schicht-Betrieb an den Prüfständen konnten deshalb nicht alle Modelle zum 1. September auf WLTP umgestellt werden.

Um die Wartezeiten für Kunden so gering wie möglich zu halten, nutzt Volkswagen die planmäßige Zwischenlagerung von Fahrzeuge – etwa am neuen Flughafen in Berlin. „Konkret produziert Volkswagen seit Anfang August Fahrzeuge, die bereits die WLTP-Anforderungen erfüllen – für die wir aber noch auf die behördlichen Freigaben warten“, berichtete Zahn. Sobald die Freigaben vorliegen, werden die Fahrzeuge umgehend an die Kunden ausgeliefert. „Das ist keine Theorie, sondern bereits gelebte Praxis.“ Die ersten paar Tausend Fahrzeuge haben die Stellplätze am Flughafen bereits wieder verlassen. Bei mehr als 80 Prozent der zwischengelagerten Autos handelt es sich um Bestellungen aus den vergangenen Monaten – „Rabattschlachten wird es nicht geben“, so Zahn.

Früher Start für den sauberen Kleinen: Als erster up! wurde der GTI mit dem Otto-Partikelfilter angeboten – der up! GTI (115 PS/ 85 kW) erfüllte mit diesem Katalysatorsystem die neue europäische Abgasnorm Euro 6 AG bereits sehr früh, so brachte Volkswagen mit dem up! GTI das erste Modell auf den Markt, das nach dem neuen Prüfverfahren WLTP zugelassen wurde. Damit stehen neben den aktuell verpflichtenden Verbrauchsangaben nach NEFZ (Neuer Europäi­scher Fahrzyklus) zusätzlich die praxisnahen WLTP-Werte zur Verfügung. WLTP initiiert ein in vielen Teilen der Welt einheitliches Testverfahren zur Bestimmung des Kraftstoffverbrauchs und der Abgasemissionen. Für den up! GTI wurde ein WLTP-Verbrauch von kombiniert 5,7 bis 5,6 Liter auf 100 km ermittelt.