Audi engagiert sich weltweit auf vielen Bühnen des Motorsports

Audi fährt auch 2019 im Motorsport elektrisch. Gleichzeitig verlängert der Hersteller sein werkseitiges Engagement in der Tourenwagenserie DTM. Rückblende: Audi war in der Saison 2017/2018 der erste deutsche Automobilhersteller, der in der Formel E an den Start ging – und erfolgreich: mit vier Siegen und insgesamt elf Podiumsplätzen holte Audi Sport ABT Schaeffler nach zwölf Rennen rund um den Globus die Team-Meisterschaft. Der Einsatz in der vollelektrischen Rennserie, die in der Zukunft mit der Teilnahme weiterer Hersteller gerade einen Boom erlebt, bildet die elektrische Säule des Motorsport-Engagements. Aussicht: Audi wird auch in Zukunft auf die DTM und auf packenden Motorsport mit Verbrennungsmotoren setzen. Dabei steht die DTM im kommenden Jahr vor einem der größten Umbrüche in ihrer gut 30-jährigen Geschichte. 2019 werden moderne Vierzylinder-Turbomotoren eingeführt. Zudem findet die Premiere der „Class One“ statt, die von der DTM und der Japanischen Super GT vorangetrieben wird. Das neue Reglement ermöglicht den Einsatz der Autos in beiden Championaten. Es soll die Basis für ab 2019 erstmals stattfindende gemeinsame Rennen und eine verstärkte Internationalisierung bilden. Dennoch ist für Audi die Voraussetzung für das weitere Engagement in der DTM ist, dass nach dem Ausstieg von Mercedes-Benz spätestens ab 2020 wieder mindestens drei Marken vertreten sind.
Audi-Motorsportchef Dieter Gass
Allan McNish: Audi-Teamchef Formel E 
„Ich bin davon überzeugt, dass wir mit unseren beiden Engagements gut aufgestellt sind. Mit dem Gewinn der Team-Meisterschaft haben wir in der Formel E direkt im ersten Jahr unsere Kompetenz bei der E-Mobilität unter Beweis gestellt. Daran wollen wir natürlich anknüpfen und uns gegen die zahlreichen neuen Wettbewerber durchsetzen“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „In der DTM sehen wir dank zukunftsweisender Technologien wie den neuen Turbomotoren nach wie vor großes Potenzial. In Bezug auf den dafür notwendigen dritten Hersteller habe ich großes Vertrauen, dass DTM-Chef Gerhard Berger diesen für spätestens 2020 an den Start bringt.“ Als Audi-Teamchef in der Formel E erlebte Allan McNish seine erste Saison – sie war 2017/18 eine Achterbahnfahrt der Gefühle und ein Happy End mit dem Gewinn der Teammeisterschaft. Der dreimalige Le-Mans-Sieger beschreibt seine größten Herausforderungen als Teamchef in der Formel E: „Diese Position im ersten Jahr von Audi in der Formel E zu übernehmen, war definitiv ein Lernprozess. Die größte Herausforderung war, dafür zu sorgen, dass jeder im Team fokussiert bleibt – auch wenn wir wie in Marrakesch oder Santiago harte Zeiten erlebt haben. Ich bin schon eine ganze Zeit im Motorsport unterwegs und weiß: Manchmal kannst du machen, was du willst, und es geht trotzdem schief. Aber ich weiß auch, dass irgendwann die Wende kommt. Deshalb durften wir nie unser Ziel aus den Augen verlieren.“ „In der Formel E beweisen wir Vorsprung durch Technik bei der E-Mobilität“, sagt Peter Mertens, Entwicklungsvorstand der Audi AG. „Gleichzeitig entwickeln wir auch unsere Verbrennungsmotoren weiter. Vierzylinder-Turboaggregate mit zwei Liter Hubraum bieten eine gute Mischung aus Performance und Effizienz.“ Hierdurch sieht das Unternehmen auch einen verstärkten Bezug zur Serienentwicklung. Und diese Brücke wird auch durch die Aktivitäten der Audi Sport GmbH mit dem Engagement im GT-Motorsport und in der TCR-Rennserie geschlagen: Seit 2009 ist Audi Sport im internationalen GT3-Rennsport aktiv und zählt in diesem Wachstumsmarkt zu den Global Playern. Audi Sport customer racing verantwortet das Kundensport-Programm der Marke – es ist auf vier Kontinenten fest verwurzelt, hat Dutzende Titel gewonnen.
Michael-Julius Renz (r.), Vorsitzender der Geschäftsführung Audi Sport GmbH, im Gespräch mit DIE AUTOSEITEN
Mit dem Verkauf der Renn-Versionen des R8 sind längst dreistellige Produktionszahlen erreicht worden. Audi Sport hat bereits mehr als 200 Autos des R8 LMS hergestellt. Der Audi RS 3 LMS kommt bei den Kunden im TCR-Tourenwagensport bestens an und der neue Audi R8 LMS GT4 füllt perfekt die Lücke dazwischen. „Customer Racing ist ein wachsender Markt. Die Leute suchen den Sport und den Kick auf der Rennstrecke, abseits von Geschwindigkeitsbegrenzung und engen Fahrbahnen“, sagte Michael-Julius Renz, Vorsitzender der Geschäftsführung Audi Sport GmbH, im Gespräch mit DIE AUTOSEITEN. „Die sogenannten Track Days nutzen manche um einfach Spaß mit dem Auto zu haben, andere wirklich zum harten Fight. Jede Schramme am Auto ist dann wie ein Ritterschlag. Es gibt also unterschiedliche Fahrerprofile, die die Rennstrecke nutzen und so in den Bereich des Kundensports hineinwachsen. Die Gentlemen Driver nehmen zu. Das ist ein weltweiter Trend den wir feststellen. Ich bin der festen Überzeugung das wird noch weiter wachsen. Dies zeigt sich an der Vielfalt der GT Serien. Für viele geht es auch einfach um das persönliche Erlebnis vor Ort im Rennfahrzeug.  Vor ein paar Wochen feierte Ducati, eine Audi Tochter, die „World Ducati Week“. Dort waren wir mit dem R8 LMS und dem Serien R8 vertreten und Taxifahrten angeboten. Für die Kunden war es ein Erlebnis zu sehen, was so ein Auto im Vergleich auf der Rennstrecke kann, wo sonst Rennmotoräder unterwegs sind.“ Die Audi Sport GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Audi AG mit Sitz in Neckarsulm. Die Marke bündelt Entwicklung, Produktion und Vertrieb der Audi R- und RS-Modelle, den Kunden-Motorsport sowie die Audi exclusive als Fahrzeugindividualisierung. In den vergangenen Jahren hat Audi Sport seine Absatzzahlen mehr als verdoppelt. Dabei nimmt das Customer Racing mit dem R8 innerhalb von Audi Sport eine zentrale Rolle ein. „Nicht nur wir, sondern auch Rennfahrer und Kunden-Teams sind von dem R8 LMS überzeugt. Sie bestätigen die wahnsinnige Stabilität, welche für ein Rennfahrzeug exorbitant wichtig ist, da die Stabilität über die Präzision des Fahrens bestimmt“, erläutert Renz und sagt weiter, „außerdem zeigen sie sich vom Motor begeistert. Teams fahren mehr als 30.000 Kilometer mit einem Aggregat ohne Revision. Für das Produkt ist, dass ein Ritterschlag, ein echtes Statement für die Zuverlässigkeit und für einen Teambesitzer natürlich auch ein Kostenfaktor. Der R8 ist hochleistungsfähig, überlegen und siegfähig auf der Rennstrecke. Der Schritt von der Rennstrecke auf die Straße wird beim R8 konsequent durchgezogen und genau das schätzen unsere Kunden.“