Unterwegs in den Weiten des Orients – Keine Herausforderung für den Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio

Von Dubai aus wird die Topografie der Landschaft für eine der reizvollsten Varianten des Orients genutzt. Die einzig wahre lange Anfahrt der Region beginnt auf Meereshöhe an der Küste, direkt in der Wolkenkratzer-Oase mit ihren kühnen, schlanken, hohen, bewohnten Masten und führt etwa 165 Kilometer gerade nach Süden. Dann wächst dort, an der Grenze der Vereinigten Arabischen Emirate zum Sultanat Oman, ein Gebirgszug aus dem Sand: Jebel Hafeet – eine bizarre Verwerfung hellen Gesteins, das im späten Licht der unter­gehenden Sonne altrosa und marmorhaft schimmert, immerhin bis zu 1350 Meter über dem Meeresspiegel hoch und 26 Kilometer lang.

Dubai wächst in alle Richtungen, mittels künstlicher Inseln in den Persischen Golf, dank Wolkenkratzer wie dem knapp 830 Meter hohen Burj Khalifa vehement nach oben. Dazwischen entstehen weitere Stadtviertel samt Geschäftsparks und damit wieder neue Stadtautobahnen mit sechs, acht oder zehn Spuren plus Nebenfahrbahnen und entsprechend riesigen Kreuzungen und Abzweigungen. Ortsunkundige bekommen eine faire Chance zum Verirren, während der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio sicher über die breiten Boulevards Richtung Jebel Hafeet entspannt dahingleitet.

Das Herz des Stelvio Quadrifoglio ist ein aus Aluminium gefertigter 2,9-Liter V6 Bi-Turbomotor, der in Kooperation mit Ferrari entwickelt wurde und mit zwei Turboladern 510 PS (375 kW) leistet. Die Kraft des Sechszylinders wird mit einem spezifisch abgestimmten 8-Stufen-Automatikgetriebe übertragen, das im Fahrmodus Race Gangwechsel in nur 150 Millisekunden durchführt.  Im Stelvio Quadrifoglio ist der V6 Bi-Turbomotor erstmalig mit dem Allradantrieb ‚Alfa Q4‘ kombiniert, der abhängig von Fahrzustand und Haftungsniveau jedes einzelnen Rades das Drehmoment des V6 stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt – so soll stets sichere Traktion garantiert sein.

Außerhalb von Dubai beginnt der lange Anlauf, etwa 160 Kilometer gerade durch die Wüste bis zur Oasenstadt Al Ain. Eine vierspurige Autobahn, keine einzige Kurve, die Geschwindigkeitsbeschränkung mit regelmäßigen Radarkästen überwacht – keine Herausforderung für den Stelvio Quadrifoglio. Der in rot lackierte Alfa Romeo befindet sich am Beginn der Berg- und Panoramastraße Jebel Hafeet. Das weiche Grün der Wiesen bildet einen harten Kontrast zum willkürlichen Gebilde aus Felsen, Steinen, Staub. Dazwischen und mittendrin: die Straße, wie mit dem Lineal angelegt, zwei Spuren bergauf, eine Spur bergab, Tempolimit. Es beginnt harmlos. Sanfter Anstieg. Plötzlich fährt man zwischen Leitplanken aus Felswänden, die Kurven werden enger. Die Straße auf den Jebel Hafeet hinauf ist 11,7 Kilometer lang, durchschnittlich acht Prozent steil und verfügt über 60 Kurven, rechnerisch alle 195 Meter eine Kurve.

Eine deutsche Straßenbaufirma hat die Bergstrecke in den 1980er-Jahren gebaut, was heißt gebaut, zunächst in den Berg gesprengt und dann so kunstvoll gezirkelt, als müsste die einzig wahre Bergrennstrecke entworfen werden. Die Anfahrt hat sich gelohnt, der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio nimmt geschmeidig die erste Kurve und verliert auch mit zunehmender Höhe nichts von seinem Elan. Dafür sind das kraftvolle Drehmoment von 600 Newtonmeter des V6-Biturbo-Motors und diese Bergstraße gleichermaßen verantwortlich. Jebel Hafeet ist nicht die moderne Asphaltversion einer uralten Kamelroute in den Oman oder eines