Bei den Antriebskonzepten auf einen Dreiklang einstellen

Morgens zur Arbeit fahren, abends ein Konzert besuchen und am Wochenende auf die Rennstrecke gehen – ein Serien- Porsche ist immer vielseitig und macht in jeder Fahrsituation die beste Figur. Vor allem will er sich trotz höchster Ansprüche an die sportliche Fahrdynamik stets durch eine ausgeprägte Alltagstauglichkeit auszeichnen. So auch der Mission E. Zum einen spricht sein Datenblatt die klare Sprache eines Sportwagens: Beschleunigung in weniger als 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h und mehr als 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Zum anderen bietet er auf die wichtigsten Herausforderungen der Elektromobilität die perfekten Antworten. Seine Reichweite ist so hoch wie bei einem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb – sie beträgt mehr als 500 Kilometer. Und dank seiner 800-Volt- Systemspannung ist das Aufladen der Batterie so schnell erledigt wie es braucht, einen Kaffee zu trinken: In weniger als 20 Minuten hat der E Sportwagen genug Energie aufgetankt, um die nächsten 400 Kilometer Distanz zurückzulegen.
Das Serienfahrzeug wird gegen Ende des Jahrzehnts auf die Straße kommen – was in der Automobilbranche quasi „übermorgen“ bedeutet. Eine große Aufgabe. Der Mission E ist die logische Fortsetzung des Konzepts, das den 911 zum erfolgreichsten Sportwagen aller Zeiten machte. Wird sich Porsche mit der Markteinführung des Mission E von den Verbrennungsmotoren komplett verabschieden? „Nein, das sicher nicht. Zumindest nicht auf absehbare Zeit. Rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden in Zukunft zwar auch für Porsche immer wichtiger“, sagt Michael Steiner, Entwicklungsvorstand der Porsche AG. „Wir sehen es als ein realistisches Szenario an, dass im Jahr 2025 bei entsprechender Nachfrage bereits jedes vierte Porsche-Fahrzeug mit einem Elektroantrieb ausgeliefert werden könnte. Porsche weiß aber auch, dass man sich für die kommenden zehn bis 15 Jahre bei den Antriebskonzepten noch auf einen Dreiklang einstellen muss. Fakt ist, dass Porsche Modelle mit weiter optimierten Verbrennungsmotoren, attraktive Plug-in-Hybrid-Modelle und rein elektrisch betriebene Sportwagen parallel anbieten wird. Der Hintergrund: Da sich die Weltregionen bei der Nachfrage nach Elektromobilität sehr unterschiedlich entwickeln, muss sich das global aktive Unternehmen für einen Übergangszeitraum so flexibel wie möglich aufstellen.

Entsprechend konsequent wird das Produktportfolio in vier Dimensionen weiterentwickelt:

Erstens wird Porsche rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge mit hohem Digitalisierungsgrad anbieten. „Dabei wird das Angebot an E-Modellen nicht auf den Mission E beschränkt bleiben. Im ersten Schritt werden wir in den bestehenden Baureihen Modelle mit Elektroantrieben anbieten“, erläutert Steiner. „Darüber hinaus wird aber auch über die Entwicklung weiterer eigenständiger Stromer nach dem Vorbild des Mission E nachgedacht. Um auf diesem Feld noch schneller voranzukommen, schafft Porsche gemeinsam mit Audi eine Premium Plattform Elektro.“ Zweitens wird Porsche die bestehende Modellpalette um sinnvolle und gefragte Derivate ergänzen.
Drittens hat Porsche immer wieder bekräftigt, auch in Zukunft ganz gezielt neue straßentaugliche Rennwagen auf den Markt zu bringen, die beispielsweise statt eines Automatikgetriebes mit einer manuellen Schaltung ausgestattet sind. In Zuffenhausen weiß man sehr genau: Diese puristische, besonders emotionale Art des sportlichen Autofahrens, wie sie beispielsweise der 911 GT3 mit Touring-Paket bietet, wird von vielen Porsche-Kunden geliebt. Viertens will Porsche weitere Modelle mit stark ausgeprägtem Lifestyle- Charakter in das Produktportfolio aufnehmen. „Fahrzeuge für einen besonders individuellen Lebensstil, der sportliche Aktivität und Sinn für luxuriöse Eleganz harmonisch miteinander verbindet. Reminiszenzen an die Historie sind hier durchaus gefragt – wie etwa beim 911 R“, sagt Entwicklungsvorstand Michael Steiner. Heute wird deutlich – Porsche bewegt sich auch produktseitig mit großen Schritten in Richtung Zukunft. Auf dem Gebiet der Elektromobilität hat das Unternehmen inzwischen eine Pionierrolle übernommen. Nur gut, dass trotz des rasanten Fortschritts Porsche seiner Tradition und damit sich selbst treu geblieben ist.