Renn-Debut des neuen RS 5 DTM

 

„Nachdem wir in der Formel E und in der Rally-Cross Weltmeisterschaft in diesem Jahr bereits tolle Erfolge feiern konnten, geht es auch in der DTM los“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass vor dem Saisonstart 2017. „Die Winterpause war mit mehr als 200 Tagen extrem lang. Wir sind gespannt darauf, wie sich die zahlreichen Änderungen auf den Rennablauf auswirken – insbesondere die weicheren Reifen.“ Mit 22 Siegen bei 46 Renneinsätzen war der Audi RS 5 DTM das erfolgreichste DTM-Auto der vergangenen drei Jahre. Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung an das neue Modell. Die Entwicklung des RS 5 DTM der dritten Generation begann im Januar 2016 mit der Skalierung der Serienkarosserie und Windkanalversuchen. Ab Oktober wurden erste Komponenten in einem Testträger erprobt. Im März 2017 hatte der neue Audi RS 5 DTM auf dem Automobilsalon in Genf Weltpremiere. Unter der Kohlefaserhaut feilte das Team der Audi-Motorsportabteilung jedoch – soweit vom Reglement gestattet – bis zuletzt weiter an der Technik.

Der Audi RS 5 DTM der dritten Generation hebt sich optisch deutlich von seinen beiden erfolgreichen Vorgängermodellen ab. „Er wirkt noch progressiver und ist aerodynamisch noch extremer“, erläutert Projektleiter Stefan Gugger. „Wir haben die Aerodynamik in vielen Bereichen im Detail weiter ausgelotet.“ Dies zeigt sich vor allem im Bereich der Frontpartie und der hinteren Radhäuser. Der markante Singleframe-Kühlergrill des neuen Audi RS 5 besteht beim Rennauto aus einer hauchdünnen Folie.

Rund um die hinteren Radhäuser lässt das restriktive DTM-Reglement den Technikern noch den größten Spielraum. Entsprechend wurden sie auf maximalen Abtrieb bei gleichzeitig größter Effizienz getrimmt. „Außerdem haben wir die Passgenauigkeit der Teile noch einmal verbessert“, sagt Gugger. „Was die Spaltmaße betrifft, hat sich Audi schon immer von den Wettbewerbern abgehoben. Trotzdem haben wir noch einmal einen Schritt gemacht, der die aerodynamische Performance verbessert.“ Neu ist auch der Heckflügel, der nun aus zwei Blättern besteht. Um den Wirkungsgrad des Drag Reduction Systems (DRS) zu erhöhen, wird nicht mehr der gesamte Flügel nach unten geklappt, sondern wie in der Formel 1 das obere Flügelblatt flach gestellt – dadurch soll es in der DTM in Zukunft noch mehr Überholmanöver geben.

Die drei Audi Sport Teams Abt Sportsline, Phoenix und Rosberg haben die sechs Einsatzautos aufgebaut. Anschließend folgten die Funktionschecks und eine Qualitätskontrolle bei Audi in Neuburg, ehe es Anfang Mai auf der Rennstrecke losging. Alle drei Teams haben sich besonders intensiv auf das neue Boxenstopp-Format der DTM vorbereitet, bei dem nur noch insgesamt acht Mechaniker und nur ein Schlagschrauber je Fahrzeugseite eingesetzt werden dürfen. Neben Präzision sind ab sofort auch Sprinterqualitäten gefragt, da die Mechaniker zwischen Vorder- und Hinterachse hin und her laufen müssen. Auch für die Zuschauer gibt es in der DTM in diesem Jahr zahlreiche Neuerungen.

Eine ist der sogenannte „Pit View“, der einen Blick in die Boxen einzelner DTM-Teams ermöglicht. Damit können die Fans erstmals den Mechanikern über die Schulter blicken – und das nahezu den ganzen Tag über. „Mit dem neuen DTM-Reglement wurde sehr viel dafür getan, die Kosten weiter zu reduzieren, gleichzeitig aber den Sport zu verbessern und die Autos attraktiver zu machen“, sagt Dieter Gass. „Wir haben mehr Leistung, weichere Reifen und weniger Abtrieb. Kombiniert mit den besten Fahrern versprechen wir uns noch spannenderen Rennsport.“