Die Rennklasse der Karts steht endlich unter Strom

 

Kein Dach, keine Türen und ab jetzt auch keine Emissionen mehr: Bosch hat zusammen mit der FIA und dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) eine Motorsport-Kart-Studie präsentiert. Das in diesem Jahr im Rahmen der FIA Formula E präsentierte Fahrzeug, schafft es in unter fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 130 km/h. Damit legen die involvierten Unternehmen einen wichtigen Grundstein für den elektrisierten Hochleistungs-Kartsport. Ein notwendiger Schritt, denn die kompakten Flitzer ermöglichen seit jeher jungen Talenten, wie zum Beispiel einem gewissen Michael Schuhmacher, den Einstieg in die Welt des Motorsports.

Bei ihren großen Verwandten ist die Elektrotechnologie längst auf dem Vormarsch, wie auch der Formel E ePrix in Berlin zeigte. 18 Fahrer aus der ganzen Welt kämpften in ihren emissionsfreien Boliden um die Pole Position und lieferten sich dabei ein nicht minder schnelles und spannendes Rennen, wie die klassisch angetriebenen Wagen in der Formel 1. Kein Wunder: Ein Gewicht von 888 Kilogramm inklusive Fahrer und ein hochentwickelter Elektromotor, der 270 PS unmittelbar auf das Fahrwerk überträgt, sorgen für jede Menge Beschleunigungskraft und Geschwindigkeit. Bisher allerdings nur über knapp 25 Minuten. Länger kann der Akku der E-Rennwagen die enorme Leistung noch nicht aufrechterhalten. Beim Boxenstopp wird deswegen schnell der Rennwagen gewechselt.

Auch der Verbrennungsmotor im Kart ist einem 20 kW starken Elektroantrieb gewichen, der 300 Nm Drehmoment erzeugt und von einer 48-Volt-Lithium-Batterie gespeist wird. Für die Verantwortlichen ist die Entwicklung des Karts ein wichtiger Schritt in Richtung Elektromobilität und deren Akzeptanz in der Bevölkerung. „Wie auf der Straße bringt die Elektrifizierung auch auf der Rennstrecke neuen Fahrspaß und Begeisterung, sowie mehr Effizienz“, erklärte Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, bei der Präsentation. Dabei ist vor allem die Komposition der unterschiedlichen technischen Elemente eine Besonderheit des Mach1-Karts, wie Dr. Klaus Böttcher, Leiter von Bosch Motorsport, erzählt: „Die Kombination aus automobiler Großserientechnik von Bosch mit speziell entwickelten Komponenten und einer Software zur Steuerung des Antriebs kommt bei uns als Komplettsystem aus einer Hand.“

Die Arbeit auf dem Gebiet der Motorsport Technologie reicht bei Bosch über 150 Jahre zurück und die Motorsportingenieure rüsten inzwischen Teams der DTM, Formel 1, bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans und zahlreichen anderen Events mit ihren Entwicklungen aus. Auch das Projekt „E-Kart“ hat mit der Präsentation beim ePrix gerade erst seinen Anfang genommen, wie Böttcher versicherte. „In den nächsten Wochen und Monaten werden wir weiter testen, um zu sehen, was mit dem neuen E-Kart noch alles möglich ist.“ Wir dürfen also gespannt sein, wie sich das Projekt weiterentwickelt.